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Reden ist Silber!? – Im Wald Gold wert!

Dialogforum „Miteinander Wald Erleben“ FVA BW/Hebermehl

Das Dialogforum „Miteinander Wald Erleben“ Den konstruktiven Dialog rund um den Wald fördern: Das ist das Ziel des Dialogforums „Miteinander Wald Erleben“, dessen Geschäftsführung die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) inne hat. Vertreterinnen und Vertreter aus Waldbesitz, -bewirtschaftung, Waldnaturschutz, Tourismus, Freizeit und Sport sowie Gesundheit sind letzte Woche in Schömberg zur Sommersitzung zusammengekommen.

„Wenn es um das Thema Wald geht, sind schnell viele Interessen im Spiel, die sich nicht immer sofort miteinander vereinbaren lassen“,  sagt Wiebke Hebermehl, Sozialwissenschaftlerin an der FVA und gemeinsam mit Umweltwissenschaftler Dominik Menton-Enderlin für die Geschäftsführung des dort gegründeten Dialogforums „Miteinander Wald Erleben“ zuständig.  „Darum ist es umso wichtiger, dass verschiedene Akteurinnen und Akteure, die unterschiedliche Ansprüche an die Wälder im Land haben, zusammenkommen und die Möglichkeit haben, sich in wertschätzender und respektvoller Umgebung auszutauschen. Nur durch einen solchen Dialog kommen wir bei drängenden Fragen voran“, erklärt Menton-Enderlin.

Sommersitzung zeigt: Das Konzept kommt an

Das Forum bietet seinen Mitgliedern und anderen Neugierigen im Laufe des Jahres eine Vielzahl an Veranstaltungen, Austausch- und Beteiligungsmöglichkeiten an. In der diesjährigen Sommersitzung widmeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei interaktiven Austauschformaten und einer gemeinsamen Exkursion einer breiten Themenpalette, die Aspekte rund um den inklusiven Waldbesuch, digitales Besuchsmanagement, waldpädagogische Konzepte für Klimaemotionen und Gesundheitsangebote im Wald adressierten.

Von Inklusion bis Wald im Web

Was ist wichtig, damit alle Menschen Zugang zu Natur und Wald haben? Im Themenblock „Barrierefreiheit und Inklusion“ widmeten sich die Teilnehmenden dieser Frage gemeinsam mit Sandra Olbrich, Beauftragte für Inklusion im Nationalpark Schwarzwald. Mit Denkanstößen zu den Fragen, wo Gesundheit und Krankheit eigentlich beginnen und was Behinderung bedeutet, wurden die Teilnehmenden zum Perspektivwechsel angeregt. Mit diesen Impulsen wurden nicht nur bislang übersehene Aspekte identifiziert und ein gemeinsames Grundverständnis gefördert, sondern auch praktische Ansätze für ein barrierefreies Natur- und Walderleben entwickelt.

Wald goes digital – schließlich planen heute viele ihren Waldbesuch mittels digitaler Plattformen für Outdoor-Touren. Die Vortragsreihe „Wald im Web“ des Dialogforums widmete sich im vergangenen Halbjahr Chancen und Herausforderungen des digitalen Waldbesuchsmanagements. Im Themenblock diskutierten die Teilnehmenden mit Julia Zink, Digital-Rangerin des Nationalpark Bayerischer Wald die Frage, wie Waldbesuchende am besten informiert werden können, um ihren Waldbesuch naturverträglich und sicher zu gestalten.

Auf welche Art und Weise Waldpädagogik und Gesundheitswissenschaften von einer Zusammenarbeit profitieren können, erforscht das Projekt „Wald – Klima–Emotionen“, das von der Hochschule Furtwangen geleitet und in Kooperation mit dem Dialogforum an der FVA konzipiert wurde. Das Projekt führt bestehende Konzepte und Formate der Waldpädagogik und des Gesundheitssektors zusammen. Ziel ist es, mentalen Belastungen aufgrund der Klimakrise besser begegnen zu können. Welche Erfahrungen die Mitglieder des Dialogforums hier einbringen können und welche Bedarfe sie sehen, war ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen Treffens.

Chancen von Kur- und Heilwäldern

Welche Rolle sogenannte Kur- und Heilwälder für die Gesundheit der Menschen spielen können, beschreibt ein im Rahmen der Sommersitzung veröffentlichtes Handbuch der FVA, das in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen und in engem Austausch mit dem Dialogforum entstanden ist.

Bei Kur- und Heilwäldern handelt es sich um ausgewiesene Waldgebiete, in denen die Gesunderhaltung, die Gesundheitsförderung und die Wiederherstellung von Gesundheit im Vordergrund stehen – von erlebnistouristischen Angeboten bis hin zu therapeutischen Interventionen. Eines der ersten Praxisbeispiele ist der Kur- und Heilwald Schömberg, den das Dialogforum im Rahmen der diesjährigen Sommersitzung besuchte.

Das neue Handbuch bietet umfassendes Grundlagenwissen zu diesem spannenden Feld und gibt praxisnahe Empfehlungen und Hilfestellungen für alle, die sich mit Kur- und Heilwäldern und darüber hinaus mit der Schnittstelle Wald und Gesundheit beschäftigen. 

„Durch die gemeinsame Arbeit am Handbuch sind wertvolle neue Kooperationen entstanden, die Kreativität und Einsatzbereitschaft wichtiger Zukunftsbranchen des Landes bündeln“,  betont Prof. Dr. Ulrich Schraml, Direktor der FVA. „Dass Gesundheitswesen, Tourismus und Forstwirtschaft hier gemeinsame Ziele angehen, ist ein starkes Zeichen und setzt durchaus auch wirtschaftliche Impulse – gerade für waldbesitzende Kommunen eine attraktive Perspektive.“ Als langjähriger Unterstützer des Forums und dessen Netzwerkpartner kennt er die Bedeutung des Austauschformats seit langem.

Hintergrund: Förderung durch die Waldstrategie

Baden-Württemberg 2050 Das Dialogforum „Miteinander Wald Erleben“ ist Teil der Waldstrategie 2050 des Landes Baden-Württemberg. Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat (MLR) hat die Waldstrategie ins Leben gerufen, um Konzepte zu entwickeln, mit denen den Veränderungen der Wälder durch den Klimawandel im Land begegnet werden kann.

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