Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025
FVA BW/Anhäuser
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung werden im jährlichen Waldzustandsbericht ausführlich dargestellt. Die Aufnahme des systematisch angelegten Rasterstichprobennetzes lässt für Baden-Württemberg sowohl für einzelne Regionen als auch für unterschiedliche Baumarten Aussagen über den Vitalitätszustand der Bäume zu.
Feuchte Witterung sorgt für zeitweise Erholung
Zu Beginn der Vegetationsperiode 2025 waren die Wälder zunächst ausreichend mit Wasser versorgt, was zu einem vitalen Austrieb der Bäume führte. Aufgrund geringer Niederschläge im Frühjahr zeigten sich in den Wäldern aber bereits im Juni, während der ersten Hitzewelle des Jahres, Anzeichen von Trockenstress. Besonders betroffen waren dabei die trocken-heißen Standorte des Oberrheins und des Neckarlands. Zunehmender Wassermangel und die Ausbreitung von Borkenkäfern verschärften die Situation, bevor ausgiebige Regenfälle im Juli eine Entspannung brachten.
Die mittlere Kronenverlichtung der Wälder in Baden-Württemberg verringert sich im Jahr 2025 um 1,6 Prozentpunkte auf 26,4 Prozent. Auch der Anteil deutlich geschädigter Bäume geht, wie bereits in den vergangenen Jahren, zurück und liegt mit 42 Prozent erstmals unter dem Schadniveau des Trockenjahres 2018. Demgegenüber erhöht sich der Anteil ungeschädigter Bäume in der Stichprobe der Waldzustandserhebung auf mittlerweile 21 Prozent.
Für die Fichte ist nach vier Jahren auf gleichbleibendem Schadniveau wieder eine Verbesserung des Kronenzustands festzustellen. Der mittlere Nadelverlust verringert sich um 2,3 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent. Nachdem es in den vergangenen Jahren zu einer Massenvermehrung der Borkenkäfer gekommen war, konnte in diesem Jahr ein deutlich geringerer Käferbefall an Fichten festgestellt werden. Ausschlaggebend hierfür waren die weitgehend ausgebliebenen Sturmschäden sowie die kühlen Temperaturen im Mai, die den Schwärmbeginn merklich verzögerten. Zudem trugen die hohen Sommerniederschläge und der dadurch begünstigte Harzfluss der Bäume wesentlich dazu bei, die Ausbreitung der Borkenkäfer abzuschwächen.
Im Gegensatz zur Fichte hat sich der Kronenzustand der Tanne in diesem Jahr verschlechtert. Der mittlere Nadelverlust erhöht sich um 2,4 Prozentpunkte auf 24,7 Prozent. Neben der ausgeprägten Fruktifikation wirkt sich vor allem der starke Mistelbefall negativ auf den Kronenzustand der Tanne aus. Zudem ist in den vergangenen Jahren vermehrt ein frühzeitiges Absterben älterer Nadeljahrgänge bei Alttannen zu beobachten.
Bei der Kiefer bleibt der Nadelverlust mit 28,5 Prozent in diesem Jahr weitgehend konstant, nachdem sich der Kronenzustand in den beiden vergangenen Jahren deutlich verbessert hatte. In der Oberrheinebene ist das Schadgeschehen der Kiefer unverändert hoch. Besonders auf trockenen Standorten zeigt die häufig stark mit Misteln befallene Kiefer nach wie vor erhebliche Kronenschäden und eine hohe Ausfallrate.
Die Douglasie zeigt in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Kronenverlichtung. Der mittlere Nadelverlust erhöht sich um 5,5 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent und erreicht damit den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2003. Der Kronenzustand der Douglasie wird seit einigen Jahren durch zwei unterschiedliche Schadursachen beeinträchtigt: Zum einen durch die Rußige Douglasienschütte, eine Pilzerkrankung, die zu einer Verfärbung und anschließend zu einem Abfallen der Nadeln führt. Zum anderen durch die Douglasien-Gallmücke, deren Larven in frischen Nadeln minieren und diese schädigen. Weiterführende Informationen über den Zustand der Douglasie, beruhend auf verschiedenen Forschungsprojekten der FVA Baden-Württemberg sind im diesjährigen Waldzustandsbericht im Kapitel "Die Douglasie im Wandel: Chancen und Risiken" zusammengetragen.
Der mittlere Blattverlust der Buche hat sich in diesem Jahr deutlich um 4,1 Prozentpunkte verringert und liegt mit 27,7 Prozent erstmals wieder unter dem Wert von 2018. Die Verbesserung des Kronenzustands ist vor allem auf die günstige Witterung, die geringe Fruchtausbildung sowie den schwächeren Insektenbefall zurückzuführen. Darüber hinaus sind mittlerweile weniger Dürräste in den Baumkronen vorhanden und die Verzweigungsstruktur der Buchen regeneriert sich.
Ähnlich wie bei der Buche zeigt sich auch bei der Eiche eine positive Entwicklung, wenngleich der Rückgang der Kronenverlichtung etwas geringer ausfällt. Der mittlere Blattverlust verringert sich um 2,7 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent. In diesem Jahr ist die Eiche deutlich weniger von Blattfraß betroffen und auch der Befall durch den Eichenmehltau spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die Fruktifikation ist hingegen leicht erhöht.
Auch der Kronenzustand des Bergahorns hat sich weiter verbessert – bereits im dritten Jahr in Folge. Die mittlere Kronenverlichtung sinkt um 1,6 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent. Der weiterhin niedrige Schädigungsgrad des Bergahorns ist, wie schon in den Vorjahren, auf den hohen Anteil jüngerer Bäume in der Stichprobe zurückzuführen.
Im Gegensatz zu allen anderen Laubbaumarten zeigt die Esche in diesem Jahr eine deutliche Verschlechterung des Kronenzustands. Der mittlere Blattverlust erhöht sich um 3,9 Prozentpunkte auf 38,7 Prozent. Die Vitalität der Esche wird stark durch das Eschentriebsterben belastet, das seit Jahren zahlreiche Bäume zum Absterben bringt.