Luchskuder Gero und Martin mit Halsbandsendern ausgestattet

Gleich zwei Luchse hat das FVA-Wildtierinstitut im Landkreis Rastatt eingefangen, untersucht, mit Halsbandsendern ausgestattet und wieder in den Wald entlassen. Beide erfreuen sich bester Gesundheit und leisten dank der Daten, die der Sender sammelt, einen wichtigen Beitrag zum Luchsmonitoring der FVA.
← Luchs Gero vor einer Kastenfalle im Wald. Darin befindet sich ein Reh, das er selbst gerissen hat. Luchse kehren über mehrere Tage zu ihrem Riss zurück, um davon zu zehren.
Gero: topfit und seit Januar territorial

Das erste Mal konnten die Luchs-Expertinnen und -Experten am FVA-Wildtierinstitut den Luchskuder im Frühjahr 2025 im Südschwarzwald nachweisen – damals trug er noch die Bezeichnung B3013. Seine genaue Herkunft ist unbekannt, wird aber auf den Jurabogen in Frankreich oder der Schweiz geschätzt. Nach Sichtungen im Südschwarzwald wanderte der Kuder in den Nordschwarzwald ab und zeigte sich seitdem immer wieder in Wildtierkamera-Aufnahmen. Seit Januar 2026 gilt er im Norschwarzwald als territorial, also sesshaft.
Die medizinische Untersuchung während der Besenderung zeigte: Luchs Gero erfreut sich bester Gesundheit.
Die Besenderung erfolgte im Landkreis Rastatt, im Streifgebiet von Luchskatze Verena, aber auch im Territorium der Katze Elisabeth konnte Gero bereits nachgewiesen werden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für die erste Reproduktion im Schwarzwald, seitdem Luchse allmählich wieder zurückkehren.
Martin: gut im Nordschwarzwald eingelebt und erneut besendert
Bei seiner Auswilderung im Rahmen des Projekts "Luchs Baden-Württemberg" im Sommer 2025 war Martin zwar bereits mit einem Halsbandsender ausgestattet, hat ihn allerdings bereits im Dezember verloren. Danach gab es immer wieder Fotofallennachweise vom Luchskuder. Bei der erfolgreichen erneuten Besenderung zeigte die medizinische Untersuchung, dass auch Martin sich sehr guter Gesundheit erfreut. Der Halsbandsender wird nun etwa ein Jahr lang Daten über die Lebensraumnutzung, über Wanderbewegungen und indirekt auch das Nahrungsspektrum des Tieres liefern.
Martin nutzt ein sehr großes Streifgebiet östlich der Murg, hatte seinen Aktionsraum im Laufe der vergangenen Monate aber weiter in den Westen verlagert – voraussichtlich aufgrund der aktuell laufenden Paarungszeit (Ranz).
Besenderung der Luchse durch erfolgreiche Teamarbeit
Beide Besenderungen gelangen einem Team aus Luchsforscherinnen und -forschern der FVA, dem zuständigen Wildtierbeauftragten, lokalen Jagdpächtern sowie dem Veterinär des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe.
Seit 2015 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FVA bereits zwölf mal Luchse im Schwarzwald erfolgreich mit einem Halsbandsender ausgestattet.
Benennung von Luchsen
Das individuelle Fleckenmuster von Luchsen ist so einzigartig wie der menschliche Fingerabdruck – daher lassen sich Luchse anhand von Bildern identifizieren. Wenn die Fleckenmuster beider Körperseiten bekannt sind, wird eine laufende Nummer vergeben (etwa B3010). Dabei weist das "B" darauf hin, dass beide Körperseiten bekannt sind.
Einen Namen erhalten Luchse dann, wenn sie erfolgreich besendert worden sind. Da der Landesjagdverband Baden-Württemberg traditionell die Patenschaft für die Luchse übernimmt, wählt in der Regel er den Rufnamen aus.
Weitere Informationen
- Pressemitteilung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet
- Das Projekt "Luchs Baden-Württemberg" im Wildtierportal
- Zum Luchsmonitoring an der FVA
- "Wir wollen wieder einen Luchsbestand in Baden-Württemberg etablieren" – Episode des FVA-Podcasts "astrein – Wald. Mensch. Wissen"