Bis Mitte August begutachtet die FVA gemeinsam mit dem Freiburger Büro für Umweltüberwachung Bäume und ihre Gesundheit überall im Land. “Es ist unverzichtbar, dass wir den Zustand des Waldes jedes Jahr erheben”, erklärt Sho Kawano aus der Abteilung “Boden und Umwelt” an der FVA. “Nur so entstehen nämlich wertvolle Daten, auf deren Grundlage Maßnahmen angestoßen werden können, um die Wälder bei ihrer Entwicklung und Klimaanpassung zu unterstützen.”
Einen Monat lang im ganzen Land unterwegs
An insgesamt 323 Standorten begutachtet ein Aufnahmeteam von acht Personen den Gesundheitszustand von Waldbäumen. Diese Standorte sind Teil eines systematischen Netzes aus Rasterstichproben. “So stellen wir sicher, dass die Ergebnisse repräsentativ für den gesamten Wald in Baden-Württemberg sind”, erklärt Stefan Meining vom Büro für Umweltüberwachung. Um eine hohe Aufnahmequalität zu gewährleisten und sicherzustellen, dass eine Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern und Jahren möglich ist, werden alle Teams vor den Aufnahmen intensiv geschult.
Ausgestattet mit Ferngläsern und Bestimmungsbüchern erheben sie Nadel- und Blattverluste, Schäden und Krankheiten der Bäume, ihr Alter und die Menge gebildeter Früchte.
Ein besonderer Fokus der jährlichen Erhebung liegt auf der durchschnittlichen Kronenverlichtung. “Die Kronenverlichtung zeigt uns, wie viele Nadeln oder Blätter ein Baum verloren hat und um wie viel Prozent seine Baumkrone im Vergleich zu einem voll belaubten und gesunden Baum ausgedünnt ist”, sagt Meining.
Waldzustandsbericht präsentiert die Ergebnisse
Die erhobenen Daten wertet das Büro für Umweltüberwachung im Anschluss aus. Die Ergebnisse fließen in den Waldzustandsbericht Baden-Württemberg ein. Er erscheint zum Jahresende und wird jährlich vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg (MLR) herausgegeben.
Hintergrund: Datenerhebung seit über 40 Jahren
Mit Beginn der Waldzustandserhebung in den 1980er Jahren waren zunächst noch die starke Versauerung der Waldböden und durch Emissionen verursachte Waldschäden im Fokus der Untersuchungen. “Aber heute sehen wir mit jedem Jahr die Folgen des Klimawandels in den Wäldern”, berichtet Sho Kawano. Gerade die langen Hitze- und Dürreperioden der vergangenen Sommer sowie Schadorganismen hätten zuletzt zu einem deutlichen Anstieg der Waldschäden im Land geführt.
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FVA BW/Kawano