Wildtiergenetik

Das Projekt Wildtiergenetik ist das Basisprojekt für die Wildtiergenetik an der FVA. Das Projekt hat inzwischen eine unbefristete Laufzeit und ist Querschnittsthema, das verschiedene Projekte und Wildtierarten verbindet (u.a. Wildkatze, Luchs, Wolf, Auerhuhn, Rothirsch, Gams, Fuchs, Baummarder). Es dient dazu Fragestellungen mit Hilfe von Merkmalen der DNA zu beantworten wie zum Beispiel genetische Unterschiede zwischen Populationen oder Arten. Aus diesen Informationen werden dann Rückschlüsse auf Wanderbewegungen, Ausbreitungen, Barrieren zwischen Populationen oder Vermischungen zwischen Arten gezogen.
Das Projekt wurde 2008 gestartet und beschäftigte sich zunächst mit der genetische Struktur des Rotwildes in Baden-Württemberg. Die Fragestellung lautete, ob, ausgelöst durch die Beschränkung des Rotwildes auf sogenannte Rotwildgebiete und den Abschuss wandernden Rotwildes außerhalb dieser Gebiete, der genetische Austausch von Rotwild beeinträchtigt ist. Zur Beantwortung dieser Frage wurde die genetische Diversität der einzelnen Rotwildpopulationen Baden-Württembergs anhand von Mikrosatelliten analysiert. Dabei konnte gezeigt werden, dass die aktuellen Rotwildpopulationen nicht vollständig voneinander isoliert sind. Eine zentrale Rolle für den genetischen Austausch und den Erhalt der Diversität der Rotwildpopulationen Baden-Württembergs spielt das Rotwildgebiet Nordschwarzwald, da über dieses die einzelnen Rotwildgebiete direkt oder indirekt miteinander in Verbindung stehen.
Ab dem Jahr 2009 wurde das Projekt mit Fragen zur Ausbreitung der Wildkatze in Baden-Württemberg erweitert. Wildkatzennachweise werden über Totfunde oder Lockstocknachweise gewonnen. Durch die genetische Untersuchung wird bestimmt, ob es sich bei der Katze um eine Wild- oder um eine Hauskatze handelt. Durch die Analysen konnte gezeigt, werden, dass die Wildkatze sehr eng mit den Wildkatzen aus Frankreich verwandt ist und daher sehr wahrscheinlich über den Rhein zurück nach Baden-Württemberg eingewandert ist. Mit Mikrosatellitenanalysen untersuchen wir zudem bei jeder Katzenprobe, ob es sich um einen Hybrid zwischen Wild- und Hauskatze handelt. So konnte gezeigt werden, dass Hybridisierungen in der stark besiedelten Rheinebene vorkommen, aber nicht sehr häufig sind.
Inzwischen werden genetische Analysen in der Regel über entsprechende Module in den jeweiligen passenden Forschungsprojekten eingebunden und durch das Projekt Wildtiergenetik unterstützt. Beispiele für diese Zusammenarbeit sind das Modul Populationsverbund aus dem Forschungsprojekt Auerhuhn und Windenergie, die Populationshochrechnungen fürs Rotwild in der Rotwildkonzeption Nordschwarzwald oder die genetischen Module zum Baummarder aus dem Projekt Wildtiergenetik in Forschung und Monitoring.
Projektnummer: 1034
Beginn: 2008
Forschungsschwerpunkt: ohne Schwerpunkt
Leitung: Dr. Annette Kohnen - Abteilung: Wald und Gesellschaft
Arbeitsbereiche: Wildtiermonitoring
Beteiligte: Waldschutz (Laborarbeiten), Wald und Gesellschaft
Mitarbeitende: Dr. Annette Kohnen (Leitung), Dr. Rudi Suchant (stellvertr. Leitung), Dr. Aikaterini Dounavi

Warenkorb

Titel Anzahl Preis
Gesamtpreis: