Biologische Vielfalt

Der Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversität) als Grundlage für Funktion, Stabilität und Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen ist wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Forstwirtschaft.

Konkret soll die Vielfalt an Waldlebensräumen für Pflanzen- und Tierarten sowie deren genetische Diversität gesichert und in Betracht auf Umweltveränderungen weiterentwickelt werden. Dabei soll die Multifunktionalität der Waldwirtschaft unter Berücksichtigung der Akzeptanz in der Bevölkerung gewährleistet werden. Hierfür muss neben der Biodiversität auch die Vielfalt geschützter Strukturen sowie die funktionelle Biodiversität erfasst und bewertet werden.

Ziel ist es durch eine Stärkung der Biodiversität auch die verschiedenen Waldfunktionen und Ökosystemleistungen zu sichern und ggf. zu verbessern. Zur Erfolgskontrolle der Zielerreichung sind Methoden zu entwickeln, mit denen Biodiversität im Wald ökologisch sinnvoll und ökonomisch machbar in einem Monitoring erfasst werden kann.

Themenschwerpunkte

Das Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg (AuT-Konzept) formuliert naturschutzfachliche Standards für die Waldbewirtschaftung. Es wird seit Februar 2010 im Staatswald verbindlich und im Körperschaftswald auf freiwilliger Basis umgesetzt. Als integratives Waldnaturschutzinstrument verfolgt das AuT-Konzept das Ziel, Alt- und Totholzstrukturen im Wirtschaftswald anzureichern bzw. einen Verbund zu schaffen und so einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Biodiversität im Wald zu leisten. Dabei berücksichtigt das AuT-Konzept gleichermaßen auch Erfordernisse der Arbeitssicherheit und -organisation, der Verkehrssicherung und des Waldschutzes.

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Die Artenvielfalt schwindet weltweit in dramatischem Ausmaß. Fünf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren der Erdgeschichte gewaltige Artensterben. Die Forschungen zur Biodiversität belegen, dass die Erde, wenn die aktuelle Aussterberate bestehen bleibt, auf die sechste - diesmal menschengemachte - Aussterbewelle zusteuert.

Zahlreiche Strategien haben das Ziel, diesen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg will ihren Beitrag dazu leisten, denn auch in unseren Wäldern gibt es Arten, die inzwischen selten und zumindest regional vom Aussterben bedroht sind. Neben den zahlreichen Pflanzen, Tieren und Pilzen, die in unseren Wäldern geeigneten Lebensraum finden und gut mit der heutigen Waldbewirtschaftung zurechtkommen,  benötigen diese gefährdeten Arten besondere Schutzmaßnahmen. Dabei handelt es sich um Arten, die auf lichte Waldstrukturen angewiesen sind, hohe Ansprüche an Alt- und Totholzstrukturen stellen oder Extremstandorte besiedeln. Diese gefährdeten Arten müssen gezielt gefördert werden, um ihr langfristiges Überleben in den Wäldern Baden-Württembergs zu sichern.

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Dieser Bereich des Wildtierinstituts beschäftigt sich mit

  • der Entwicklung und Umsetzung von Fachkonzepten zum Lebensraumverbund,
  • der Funktionalität und Wirksamkeit von Korridoren und (Wieder-)Vernetzungsmaßnahmen,
  • den Auswirkungen der Landschaftszerschneidung sowie
  • Wildunfällen, Leit- und Sperreinrichtungen und Wildwarnanlagen.

Der Arbeitsbereich ist zudem im Auftrag des Landes für die fachliche Begleitung zur Umsetzung des Generalwildwegeplans als Teil des Fachplans Landesweiter Biotopverbund zuständig.

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Lichte Wälder zeichnen sich durch lückiges Kronendach aus. Die Überschirmung kann mosaikartig in der Bandbreite von dichteren (ca. 70 %) bis sehr lichten Bereichen (< 30 %) vorkommen. Die Entstehung Lichter Wälder kann zwei Ursachenkomplexen folgen. Auf Extremstandorten sind natürlich entstandene Lichtwälder anzutreffen, wie etwa an Trockenstandorten. Daneben existieren Lichte Wälder aufgrund menschlicher Nutzung, beispielsweise Mittelwaldwirtschaft oder Waldbeweidung. In beiden Genesen gibt es Lichtwälder, die dauerhaft auf gleicher Fläche vorkommen. Es gibt aber auch Lichte Wälder, die von immer wiederkehrenden Lichtwaldphasen bestimmt sind. Dabei wandern lichte Teilflächen durch stetige Neuanlage über die gesamte Waldfläche. Die Auflichtung des Kronendachs besteht in beiden Lichtwaldsystemen so lange, dass sich typische, auf Lichtwaldsituationen angepasste Organismen ansiedeln können. Lichte Wälder waren bis vor ca. 200 Jahren landschaftsprägend, sind heute aber kaum mehr anzutreffen. Sie gelten als Refugien für oftmals spezialisierte, seltene und gefährdete Arten.

Natura 2000 ist das Herzstück der europäischen Naturschutzpolitik. Im Fokus steht der Erhalt der Biodiversität. Die rechtlichen Grundlagen von Natura 2000 bilden die beiden europäischen Naturschutz-Richtlinien, die FFH-Richtlinie (FFH-RL) und die Vogelschutzrichtlinie (VS-RL). Mit deren Einführung waren die Mitgliedstaaten aufgefordert, repräsentative, naturschutzbedeutsame Gebiete als Natura 2000–Gebiete zu melden.

Baden-Württemberg trägt mit seinen Natura 2000-Gebieten (90 Vogelschutz- und 212 FFH-Gebiete, die sich zum Teil überlagern) dazu bei, besonders schützenswerte und typische Lebensräume mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften sowie die Vorkommen ausgewählter Arten in einem EU-weiten kohärenten Schutzgebietsnetz zu bewahren. In den Natura 2000-Gebieten steht ein auf die Landnutzung abgestimmtes, auf Artenlebensstätten und Lebensraumtypen angepasstes Erhaltungsmanagement im Vordergrund. Da rund zwei Drittel der Fläche dieser Gebiete bewaldet ist, hängt der Erfolg von Natura 2000 ganz wesentlich von einer gelungenen Umsetzung im Wald ab.

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Die Waldbiotopkartierung (WBK) in Baden-Württemberg erfasst als selektive Biotopkartierung die nach Naturschutzrecht und Waldrecht geschützten Biotope im Wald sowie besondere Waldstrukturen oder Vorkommen geschützter Arten und schlägt Maßnahmen zu deren Bewirtschaftung, Pflege und Entwicklung vor. Die WBK wird seit 1989 im Wald sämtlicher Besitzarten nach landesweit einheitlicher Methodik durchgeführt. Erfassungskriterien sind Seltenheit, Gefährdung und Naturnähe. Erfassungseinheit ist das definierte Einzelbiotop. Seit 2007 erfolgt zudem die Ermittlung und Bewertung von im Wald liegenden Lebensraumtypen nach der FFH- Richtlinie für die FFH-Managementplanung und -Berichtspflicht.

Berücksichtigung bzw. Umsetzung der Waldbiotopkartierung in der forstlichen Praxis erfolgt in erster Linie durch ihre Integration in die Forstliche Betriebsplanung. Durch turnusmäßige Fortschreibung und fallweise Aktualisierung des Biotopbestandes sowie durch zusätzliche Spezialbearbeitungen wird die Verfügbarkeit neuester, den Planungserfordernissen angepasster Daten sichergestellt. Diese Daten sind daher eine wichtige Grundlage für weitere forst- und naturschutzfachliche Projekte.

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Die Naturschutzfunktion des Waldes bezieht sich in erster Linie auf den Erhalt der vielfältigen Waldlebensräume (Habitat-, Biotopschutz), den Artenschutz und den Schutz der genetischen Vielfalt innerhalb von Arten. Hierzu liefert die FVA wesentliche Grundlagendaten, indem sie die Waldbiotopkartierung durchführt, im Waldbereich Lebensraumtypen und Arten für die Managementplanung in Natura 2000-Gebieten erhebt und wissenschaftlich und fachlich die Waldschutzgebiete (Bann- und Schonwälder) betreut. Zudem werden Arten-Strukturbeziehungen systematisch erforscht und Konzepte erarbeitet, deren Umsetzung im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung den Schutz seltener Arten und Biotope im Wald gewährleistet (z.B. Alt-/Totholzkonzept).

Waldschutzgebiete (§32 LWaldG) sind komplementäre Instrumente zur Förderung der Biodiversität im Wald: Während Bannwälder der natürlichen Waldentwicklung überlassen werden, bieten Schonwälder die Möglichkeit, Ziele des Biotop- und Artenschutzes durch Pflege und Entwicklungsmaßnahmen umzusetzen. Wir betreuen Monitoring und Forschung in Waldschutzgebieten und begleiten deren Ausweisung und die Umsetzung der Schutzziele.

Unser Forschungsschwerpunkt liegt im Zusammenhang zwischen Waldstrukturen und Biodiversität. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich unterschiedliche Waldbewirtschaftungsformen und -intensitäten auf strukturabhängige Wald(ziel)arten auswirken, und wie letztere möglichst effektiv gefördert werden können.

Mit terrestrischen Inventurmethoden, ergänzt durch Fernerkundung und räumliche Modellierung werden waldstrukturelle Zielwerte und prioritäre Flächen für die Biodiversitätsförderung abgeleitet. Die Ergebnisse fließen in Naturschutzkonzepte ein und werden über ein Waldnaturschutz-Informationssystem den Waldbewirtschaftenden zur Verfügung gestellt.

Aktuelle Projekte

Waldbiodiversität entlang eines Bewirtschaftungsgradienten

1418 Die naturnahe Waldwirtschaft fördert zwar vertikal strukturierte Waldbestände, offene Störungsflächen und Strukturen der Alters- und Zerfallsphasen sind jedoch rar. Waldarten, die an solche defizitären Strukturen gebunden sind, sind daher häufig gefährdet. Zur Struktur- und Biodiversitätsförderung im Wald kommen daher unterschiedliche Naturschutzinstrumente zum Einsatz, die gleichzeitig einen Gradienten der forstlichen Nutzungsintensität repräsentieren: von Nicht-Nutzung in großen Naturwaldreservaten bis hin zur Strukturförderung durch intensive forstliche Eingriffe. Doch welche Artengruppen profitieren wovon? Wie lange dauert es, bis sich die gewünschten Lebensraumstrukturen einstellen? Und kann durch einen kombinierten Einsatz verschiedener, komplementärer Instrumente die Waldbiodiversität auf Landschaftsebene erhöht werden? Um diese Fragen zu beantworten werden im montanen und hochmontanen Bergmischwald drei Flächentypen miteinander verglichen: je eine Prozessschutzfläche, eine naturnah bewirtschaftete Fläche und eine Fläche, auf der im Jahr 2018 eine starke Auflichtungsmaßnahme (mindestens 0.5 ha) erfolgte. Auf 15 dieser ‚Flächen-Triplets‘ werden Waldstruktur, Bodenvegetation sowie mehrere faunistische Artengruppen über mehrere Jahr hinweg untersucht. Das Projekt liefert Grundlagen für den effizienten Einsatz der Waldnaturschutzinstrumente sowie strukturelle Zielwerte für die Arten- und Biodiversitätsförderung. 2018 2027 FVA-Wildtierinstitut Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Arbeitsbereich Waldschutzgebiete: Projektleitung: Konzeption, Durchführung und Auswertung, Arbeitsbereich Waldpflanzenökologie: Vegetationsaufnahmen) FVA-Wildtierinstitut (Modul Auerhuhn) Biometrie und Informatik (Unterstützung bei den Fernerkundungsmodulen)

Bedeutung temporärer Stilllegungsflächen für die Biodiversität

1590 Ein wesentliches Element des Waldnaturschutzes sind nutzungsfreie Waldflächen. Dies wird im baden-württembergischen Staatswald durch segregative (Bannwälder, Großschutzgebiete) ebenso wie durch integrative (Alt- und Totholzkonzept) Maßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus gibt es nicht explizit ausgewiesene, jedoch effektiv ungenutzte Flächen im Wirtschaftswald. Ziel dieses Projektes ist es, die Auswirkung des Stilllegungszeitraums auf Struktur- und Artendiversität in nutzungsfreien Wäldern zu untersuchen. Dabei werden unterschiedliche Flächengrößen und der Landschafts- und Nutzungskontext berücksichtigt. Schlussendlich soll die naturschutzfachliche Wertigkeit von temporär stillgelegten Waldflächen quantifiziert werden. Daraus sollen nach Möglichkeit Zielwerte für Stilllegunszeiträume von nutzungsfreien Wäldern abgeleitet werden, welche im Rahmen von Vertragsnaturschutzprogrammen gefördert werden könnten. 2018 2022 Biodiversität und Genetik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung und Bearbeitung)

Waldnaturschutz-Informationssystem für alle Waldbesitzarten

1591 Das Waldnaturschutz-Informationssystem soll alle relevanten Daten und Informationen zu den verschiedenen Themen und Instrumenten des Waldnaturschutzes für die Waldbewirtschaftenden aller Waldbesitzarten einfach zugänglich und räumlich explizit abrufbar machen. Diese Informationen werden mit Vorgaben, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen kombiniert und mit den bewirtschafteten Waldflächen verschnitten. Dadurch lassen sich individuelle, auf die jeweilige Waldfläche zugeschnittene, relevante und praxistaugliche Informationen zusammenstellen, die für unterschiedliche Informationskanäle aufbereitet und verbreitet werden können (z.B. über bestehende forstliche Informationssysteme, webbasierte Schnittstellen, Mobilgeräte sowie analoge Informationsblätter und Karten). 2018 2022 Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung und Durchführung) Biometrie und Informatik (Technischer Support und Beratung)

Waldarten-Informationssystem

1319 Die Einrichtung des Waldarten-Informationssystems ist Teil der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz von ForstBW. Mit dem System können Daten und Informationen zu naturschutzrelevanten Waldarten und damit verbundene Vorgaben, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die Waldbewirtschaftung einfach zugänglich und räumlich explizit abrufbar gemacht werden. Es bindet bestehende Daten ein und ermöglicht einen Datenaustausch mit externen Datenbanken. Es stellt Schnittstellen und Werkzeuge für die Eingabe und Verwaltung von Daten aus verschiedenen Quellen bereit. Das System integriert sich in die bestehende forstliche Dateninfrastruktur und stellt zusätzlich eine webbasierte Schnittstelle im Internet bereit, um einen Zugang für Zielgruppen außerhalb der Forstverwaltung zu ermöglichen. 2016 2026 Waldnaturschutz und Biodiversität Biometrie und Informatik Direktion inkl. Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung, naturschutzfachlicher Aufbau des Informations-Systems) Biometrie und Informatik (Datentechnische Unterstützung, GIS-Anwendungen, Internettechnik) Direktion inkl. Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel (Bereitstellung über Web 2.0-Anwendungen/ waldwissen.net)

Weiterentwicklung der Waldschutzgebietskonzeption

1180 Die Ausweisung, wissenschaftliche Betreuung und das Monitoring von Waldschutzgebieten in Baden-Württemberg stehen durch die nationale Biodiversitätsstratege wieder verstärkt im Fokus von Forschung und Gesellschaft. Deshalb wird die seit 1993 bestehende Waldschutzgebietskonzeption überarbeitet und im Hinblick auf aktuelle Naturschutzziele weiterentwickelt, die in der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz von ForstBW (GK WNS) für den Staatswald konkretisiert sind. Hierzu zählen zum Einen die systematische Herleitung prioritärer Waldflächen für die Ausweisung neuer Waldschutzgebiete mit natürlicher Waldentwicklung auf Grundlage eines erweiterten Kriterienkatalogs (GK WNS Ziel 8), zum Anderen die aktive Förderung der Waldbiodiversität in Schonwäldern. Um Pflegemaßnahmen zur Erreichung der Schutzziele in den Schonwäldern systematisch aktivieren und evaluieren zu können, werden die bestehende Schonwälder in Schutzkategorien unterteilt, die es zusätzlich ermöglichen, geographische „hot spots“ für spezifische Fördermaßnahmen zu identifizieren. Der Fokus liegt derzeit auf der Förderung von Lichtwaldstrukturen und Lichtwaldarten( GK WNS Ziele 3,4,6), die von Waldweideprojekten bis zu großflächigen motormanuellen Auflichtungen reichen kann. Im Projekt werden die Pflegemaßnahmen zur Biodiversitätsförderung in den Schonwäldern getestet und deren Wirksamkeit und Kosteneffizienz evaluiert und ggf. angepasst. 2013 2030 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (1. Analyse und Bilanzierung des artenschutzfachlichen Potentials der bestehenden Waldschutzgebiete 2. Weiterentwicklung des WSG-Konzeptes zu einem Naturschutzinstrument) Felicitas Werwie

Fernerkundungsbasierte Ableitung biodiversitätsrelevanter Waldstrukturparameter

1339 Ziel des Projektes ist Entwicklung und Evaluierung von Methoden zur Erfassung, Quantifizierung und zum Monitoring ausgewählter biodiversitätsrelevanter Waldstrukturparameter aus Luftbild , LiDAR- und hochauflösenden Satellitendaten sowie die Analyse der Entwicklung ausgewählter Waldstrukturen anhand von aktuellen und historischen Zeitreihen. Die Ergebnisse liefern eine Grundlage für Art-Lebensraumanalysen und die Planung und Evaluierung von Artenförderungskonzepten. 2013 Waldnaturschutz und Biodiversität Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Inhaltliche Verantwortung) Biometrie und Informatik (Technische/Methodische Verantwortung)

Waldzielartenkonzept und faunistisches Monitoring

1322 Zur Umsetzung der waldbezogenen Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie in Baden-Württemberg wurde ein Waldzielartenkonzept entwickelt, das über ausgewählte Zielarten ein effektives, an den Bedürfnissen gefährdeter Arten orientiertes Management von Waldlebensräumen ermöglichen soll. Die 122 Waldzielarten wurden aus verschiedenen Artengruppen (Moose, Gefäßpflanzen, Flechten, Großpilze, Xylobionte Käfer, Schmetterlinge, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere) systematisch ausgewählt. Sie repräsentieren mit ihren Ansprüchen wesentliche in Baden-Württemberg vorkommende Waldgesellschaften und Waldstrukturen auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen. Das Waldzielartenkonzept beinhaltet zwei Schwerpunkte. Zum Einen werden Informationen zu Ansprüchen, Verbreitung und Maßnahmen zur Förderung ausgewählter, naturschutzrelevanter Waldarten erarbeitet und den Waldbewirtschaftenden über das Waldnaturschutz-Informationssystem (www.wnsinfo.de) zur Verfügung gestellt. Zum Anderen wird ein Monitoring konzipiert, um die langfristige Entwicklung von Waldzielarten(-gruppen) unter unterschiedlichen Bewirtschaftungsbedingungen zu beobachten. 2013 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Beratung im Hinblick auf Erhebung von Insektengruppen)

Kooperation mit der Luxemburger Naturverwaltung zum Thema "Waldnaturschutz"

705 Seit 2004 besteht eine Kooperation zwischen der FVA und der Naturverwaltung Luxemburg (ANF) zum Thema Waldnaturschutz. Dabei stehen die Themen Naturwaldforschung/Bannwaldforschung, die Waldbiotopkartierung und Natura 2000 im Mittelpunkt. Hauptaufgabe der FVA ist die Entwicklung von Monitoring-Instrumenten zur Erfassung der Biologischen Vielfalt von Wäldern. Das schließt die laufende Anpassung von Konzepten an geänderte Fragestellungen und technische Gegebenheiten ein wie auch die Aktualisierung von Spezial-Software und die Datenhaltung. Die Auswertung von Monitoring-Daten, ihre Interpretation und Publikation sowie die fachliche Beratung der ANF zu aktuellen Themen der Biodiversität von Wäldern bilden weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit. 2004 Nachhaltigkeit und Multifunktionalität noch nicht festgelegt Waldschutzgebiete noch nicht festgelegt Waldnaturschutz

Wissenschaftliche Bearbeitung von Waldschutzgebieten

43 Zu den Waldschutzgebieten nach §32 Landeswaldesetz zählen in Baden-Württemberg Bann- und Schonwälder. Während Bannwälder der natürlichen Entwicklung überlassen werden, ist die waldbauliche Behandlung in Schonwäldern auf ein spezielles Naturschutzziel ausgerichtet. Bannwälder stellen wertvolle Referenzflächen für die Erforschung von natürlichen Prozessen auf die Waldentwicklung und Waldbiodiversität da. Grundlage hierfür ist ein langfristiges Waldstrukturmonitoring auf systematisch angelegten, dauerhaft vermarkten Stichprobenpunkten, das durch fernerkundungsbasierte Strukturerhebungen ergänzt wird. In ausgewählten Bannwäldern werden floristische und faunistische Daten erhoben. Die Daten liefern Informationen über die strukturelle Entwicklung unbewirtschafteter Wälder und deren Lebensraumeignung für Tier- und Pflanzenarten. In Schonwäldern findet im Gegensatz zu Bannwäldern gezielter Naturschutz statt. Einige Tier- und Pflanzenarten sind auf besondere Strukturen angewiesen, die durch Pflegemaßnahmen oder bestimmte (z.B. historische) Waldnutzungsformen gefördert werden können. Schonwälder werden deswegen so bewirtschaftet, dass gewünschte strukturelle Bedingungen und damit verbundene seltene Arten erhalten oder gefördert werden. Schwerpunkt der Forschung in Schonwäldern ist die Quantifizierung des Einflusses und der Effektivität biodiversitätsfördernder Maßnahmen zur Erreichung des Schutzziels 1970 Nachhaltigkeit und Multifunktionalität Waldwachstum Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldwachstum (Terrestrische Waldstrukturaufnahme in Bannwäldern) Waldnaturschutz (Monitoring und Forschung) Biometrie und Informatik (Zusammenarbeit bei der Fernerkundung) Alexandra Kage

Das FVA-Wildtierinstitut erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für das Management ausgewählter Tierarten des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes. Dies beinhaltet die Entwicklung und Anwendung von Methoden des Wildtiermonitorings, vertiefte Untersuchungen des Raum-Zeit-Verhaltens von Wildtieren sowie die Analyse von auf Wildtiere bezogenen Konflikten. Auf dieser Grundlage werden partizipative Managementkonzepte entwickelt, die sowohl artspezifische Ansprüche der betrachteten Wildtiere als auch unterschiedliche anthropogene Nutzungs- und Schutzansprüche berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

Unterschiedliche Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien), die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten, vielfältige Lebensgemeinschaften in Wald oder Wasser, auf Wiesen oder in Mooren: das ist Biodiversität.

An der FVA laufen neun Projekte zur Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität und ihrer Erfassung sowie zum Monitoring in verschiedenen Bereichen.

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Aktuelle Forschung zum Thema

Wie bewältigen wir die Herausforderungen durch den Klimawandel? 18 Antworten aus der Wald­forschung

Wie sehen die Wälder der Zukunft aus? Wie verändern sich die Standorte, die Baumarten und die Herkünfte? Wie können wir mit Schäden umgehen, das Risikomanagement verbessern und die Biodiversität fördern? Wie die Gesellschaft mitnehmen und Bewusstsein für die Situation im Wald schaffen?
Und: Wie können wir die nötigen Maßnahmen umsetzen, um den aktuellen Herausforderungen im Wald zu begegnen?

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Luchs Lias im Oberen Donautal wieder erfolgreich besendert

Mit Unterstützung der Jägerschaft vor Ort gelang es einem Team der FVA in Kooperation mit Jäger Armin Hafner und dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. am Abend des 8. Dezembers, den männlichen Luchs Lias mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B600 im Oberen Donautal einzufangen und seinen alten Halsbandsender gegen einen neuen auszutauschen. Der Luchs hat bereits fast zwei Jahre Daten über seine Raumnutzung und von ihm erbeutete Wildtiere gesendet. Nun hat die FVA ein weiteres Jahr Gelegenheit, Daten zu sammeln und zu analysieren. Dabei will sie zum Beispiel den Fragen nachgehen, wie sich Rehe und Gämse bei Anwesenheit des Luchses verhalten und inwiefern der Luchs auf die Anwesenheit von Menschen reagiert.

 

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