Arbeitskreis "Verkehrssicherheit & Wildtiere"
Wildunfälle stellen ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar und steigen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. In Baden-Württemberg ereignet sich alle 20 Minuten ein Wildunfall mit einem größeren Säugetier, in Deutschland sogar alle 90 bis 120 Sekunden.
Um die Verkehrssicherheit zu verbessern und Wildunfälle nachhaltig zu reduzieren, ist eine Zusammenarbeit verschiedener Ministerien und Verbänden Baden-Württembergs notwendig. Im Oktober 2020 wurde der Arbeitskreis „Verkehrssicherheit & Wildtiere“ initiiert, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Ref. 56), dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen (Ref. 31), dem Ministerium für Verkehr (Ref. 22, 26 und 46), dem Landesjagdverband Baden-Württemberg und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zusammensetzt.
Der Arbeitskreis hat die Aufgabe, neue Lösungsansätze und Strategien in der Wildunfallprävention sowie eine nachhaltige Dokumentation von Wildunfällen zu entwickeln, um langfristig die Verkehrssicherheit zu verbessern und Wildtierverluste durch Straßenmortalität zu reduzieren. Mit diesem Ansatz schlägt Baden-Württemberg einen neuen Weg in der Wildunfallprävention ein.
Im Rahmen seiner Arbeit konnte u.a. eine Übermittlung von polizeilichen Wildunfalldaten an die FVA zu Analysezwecken bewirkt werden. Hierin enthalten sind auch Verkehrsunfälle mit Wildtieren der Unfallkategorie 5 (nicht schwerwiegender Verkehrsunfall, bei dem nur Sachschaden entstand). Diese werden einheitlich seit Mai 2021 in Euska erfasst. Damit liegen erstmals lokalisierte Wildunfalldaten flächig für Baden-Württemberg vor, wodurch nun Wildunfallstrecken identifiziert und Lösungskonzepte erarbeitet werden können. Ein erster Schritt bildet die interaktive Wildunfallkarte von Baden-Württemberg. Ein weiterer Meilenstein wurde 2023 mit der Ausweisung zweier Modellregionen erreicht (Bodensee- und Enzkreis), in denen ab 2024 Maßnahmen zur Wildunfallprävention erprobt werden. Neben der Straßenbetriebsleitung und dem Straßenbetrieb ist das Ordnungsamt, die untere Forstbehörde, der Wildtierbeauftragte, die Jägerschaft und die Polizei in jeder Modellregion vertreten. Die regionalen Arbeitsgruppen stimmen sich mit dem ministeriellen Arbeitskreis ab. Die fachliche Betreuung der Modellregionen erfolgt durch die FVA. Die Ergebnisse aus den Modellregionen liegen Ende 2026 vor.