Der Goldschakal in Baden-Württemberg
FVA BW/Wildtiermonitoring
Abb. 1: Fotofallenbild (Zuschnitt) eines Goldschakals aus dem Jahr 2024 in der Nähe von Donaueschingen.
Der erste Nachweis eines Goldschakals (Canis aureus) für Baden-Württemberg erfolgte im Jahr 2018. Seitdem wurde die Anwesenheit der Art im Land regelmäßig bestätigt. In den Jahren 2020 und 2021 wurde ein einzelner territorialer Goldschakalrüde im Landkreis Ravensburg nachgewiesen. 2021 wurde im Schwarzwald-Baar Kreis erstmals die Paarbildung und Reproduktion belegt. Dies war die erste nachweisliche Reproduktion in ganz Deutschland. Auch in den Folgejahren konnten dort Welpen nachgewiesen werden. Im Jahr 2024 wurde auch im Landkreis Konstanz die Reproduktion der Tierart bestätigt.
Detaillierte Informationen zum aktuellen Vorkommen und zur Verbreitung des Goldschakals in Baden-Württemberg finden Sie unter Monitoring.
Der erste Goldschakal in Deutschland wurde 1997 in Brandenburg registriert. Zehn Jahre später folgten weitere, einzelne Nachweise in Bayern. Seitdem konnte der Goldschakal in nahezu allen Bundesländern nachgewiesen werden. Meist handelte es sich dabei um Einzelnachweise.
Die FVA erfasst das Vorkommen des Goldschakals
FVA BW/Wildtiermonitoring
Der Arbeitsbereich Luchs und Wolf erfasst und dokumentiert das Vorkommen von Goldschakalen im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen des Wolfsmonitorings. Unter Monitoring werden die Arbeitsmethoden und Ergebnisse detailliert dargestellt.
Biologie und Schutzstatus des Goldschakals
Der Goldschakal gehört wie Wolf, Fuchs und Marderhund zur Familie der Hundeartigen (Canidae). Innerhalb dieser Familie (Gattung Canis) besteht zum Wolf die nächste Verwandtschaft.
Der Goldschakal ähnelt farblich einem kleinen Wolf, kommt in seiner Größe aber eher einem großen Fuchs nahe. Die Ähnlichkeit zu diesen Tierarten sorgt häufig für Verwechslungen. Deutliche Unterscheidungsmerkmale zum Fuchs sind sein viel kürzerer, dunklerer Schwanz, die hellen Ohrrückseiten und der vergleichsweise gedrungene Körperbau. (siehe Abbildung 2)
Lebens- und Ernährungsweise
Der Goldschakal (Canis aureus) ist ein opportunistischer Allesfresser. Das bedeutet, dass er mit einem unterschiedlichen Nahrungsangebot zurechtkommt. Er ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Früchten und Aas. Aufgrund dieser Ernährungsweise bevorzugt der Goldschakal strukturreiche Kultur- und Agrarlandschaften sowie Feuchtbiotope und Sumpfgebiete, in denen er Territorien mit einer Größe von ein bis 15 km² besetzt (Wennink et al. 2019).
Der Goldschakal war ursprünglich vor allem im Südosten Europas und in Südasien beheimatet. Als guter „Langstreckenläufer“ erschloss sich der Goldschakal in den vergangenen Jahrzehnten selbstständig neue Lebensräume und breitete sich kontinuierlich nach West- und Nordeuropa aus. Die Gründe für die Ausweitung des Lebensraumes sind vermutlich vielfältig: Veränderungen der Kulturlandschaft, das Fehlen natürlicher Konkurrenten, der Klimawandel und einige mehr.
Für den Menschen stellt der Goldschakal keine Gefahr dar.
Schutzstatus
Der Goldschakal ist auf EU-Ebene durch die FFH-Richtlinie, Anhang V, geschützt. Eine Bejagung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Während er in den meisten mittel- und westeuropäischen Ländern nicht bejagt werden darf, ist dies in vielen osteuropäischen Ländern anders geregelt.
Quellen und weitere Informationen
- HATLAUF, J; BÖCKER. F. (2021): Empfehlungen zur Dokumentation und Beurteilung von Hinweisen des Goldschakals (Canis aureus) in Europa. BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung 26. Hrsg.: Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) Universität für Bodenkultur Wien.
- Goldschakal Projekt in Österreich des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IJW) an der Universität für Bodenkultur (BOKU)
- WENNIK, J.; LELIEVELD, G.; DE KNEGT, H.; KLEES, D. (2018): A Habitat Suitability Analysis for the golden jackal (Canis aureus) in the Netherlands. Lutra 62, 13-29.
- Seite des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Der Goldschakal in Baden-Württemberg