Projekte

Hier finden Sie eine Auswahl von laufenden und abgeschlossenen Forschungs- und Anwendungsprojekten unter Beteiligung des Arbeitsbereichs Luchs und Wolf.

Um die Situation der Luchse im Land und damit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, sollen im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) im Rahmen des Projekts "Luchs Baden-Württemberg" Luchse im Land ausgewildert werden. Das auf vier Jahre ausgelegte Projekt wird seit Frühjahr 2023 von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in enger Kooperation mit dem Landesjagdverband BW, dem WWF und dem Zoo Karlsruhe sowie unter Einbeziehung der AG Luchs und Wolf durchgeführt.

In dem von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) durchgeführten und von der FVA begleiteten Forschungsprojekt wird ein Konzept erarbeitet, wie Freiwillige Nutztierhaltende bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen unterstützen könnten. Hierzu werden mögliche Zielgruppen, Tätigkeiten und Organisationsstrukturen identifiziert. Landwirtschaftliche Betriebe werden in Überlegungen zur Umsetzbarkeit einbezogen und die Erfahrungen der Herdenschutzberatung an der FVA berücksichtigt.

Ziel des Projekts der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ist die Identifizierung technischer Herdenschutzmaßnahmen mit erfolgsversprechendem Potenzial zur Weiterentwicklung. Hierzu wird eine Recherche der Vor- und Nachteile verschiedener Maßnahmen sowie begleitende Freilandversuche in Zusammenarbeit mit geeigneten Firmen, Herstellern und Pilotbetrieben durchgeführt. Ziel ist es, gängige Maßnahmen in Bezug auf ihre wolfsabweisende Wirkung, aber auch Praktikabilität weiterzuentwickeln und neue Maßnahmen zu testen. Es werden z.B. Versuche zu einem alternativen, Strom-unabhängigen Überkletterschutz umgesetzt. Das Projekt wird von der FVA fachlich begleitet.

Im Rahmen des Herdenschutzprojektes Südschwarzwald werden 15 Pilotbetriebe im Südschwarzwald mit dem Schwerpunkt Rinderhaltung bei der Planung, Beantragung und Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen beraten und begleitet. Dabei werden die individuellen Gegebenheiten vor Ort beachtet und neue Ideen gesammelt. Öffentlichkeitsarbeit für Gemeinden, der Wissenstransfer von und für Landwirte sowie ein enger Austausch mit der Politik haben einen hohen Stellenwert.

Das Projekt wird vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e.V. (BLHV), dem Naturpark Südschwarzwald e.V. und der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind getragen und von der FVA und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg fachlich unterstützt.

Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen für das Herdenmanagement im Rahmen des Herdenschutzes bei Rindern zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Um Faktoren zu identifizieren, die das Risiko eines Übergriffs von Wölfen auf Rinder beeinflussen können, werden im Rahmen des Projekts der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) Interviews mit Experten und Expertinnen sowie eine Literaturrecherche durchgeführt. Das Projekt wird von der FVA fachlich begleitet.

Im Rahmen des Projektes wurde das Querungsverhalten heimischer Wildtiere an verschiedenen Festzaunvarianten untersucht. Ziel war es, belastbare Daten zur Barrierewirkung von Elektrofestzäunen zu erheben und mögliche technische Anpassungen zur Erleichterung der Querung in der beweidungsfreien Zeit zu erforschen. Das Projekt wurde durch die FVA umgesetzt und von privaten Flächenbesitzenden und jagdausübenden Personen unterstützt.

Zum Projektbericht (PDF 5,7 MB)

Der Arbeitsbereich Luchs und Wolf war mit der Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel (FVA) am internationalen Forschungsprojekt "EU-LIFE EuroLargeCarnivores" beteiligt, das vom WWF koordiniert wurde. Ziel des Projektes war es, Wege zur Koexistenz mit Wildtieren wie Wölfen, Bären und Luchsen zu finden und den länderübergreifenden Austausch darüber zu fördern. Hierzu wurden Praxisbeispiele und mögliche Lösungsansätze aus den Bereichen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft gesammelt.

Im Rahmen der Studie "Naturschutzorientierte Strukturanalyse der Schäferei im Biosphärengebiet Schwäbische Alb" begleitete die FVA ein Teilprojekt zur Installation von festen Erdungen an den Pferchflächen einer Wanderschäferei. Dabei wurde erkannt, dass die fest installierten Erdungen im Vergleich zur vorherigen Erdungsvariante (ein mobiler Erdstab) zu einer Verbesserung der Elektrifizierung des Zaunsystems und Zeitersparnis führen. Der Abschlussbericht kann hier eingesehen werden.

Als Teilnehmer im wissenschaftlichen Beirat begleitete die FVA das Projekt "Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen in der Weidetierhaltung in Baden-Württemberg" von NABU und Landesschafzuchtverband, welches in zwei Projektphasen aufgeteilt war (2015 bis 2017 und 2018 bis 2020). Die Abschlussberichte und eine Broschüre zum Projekt finden Sie auf der Seite des Landesschafzuchtverbandes und auf der Seite des NABU.

Als Projektpartner hat die FVA die „Studie zum Verhalten von Wölfen gegenüber Zäunen in der Landwirtschaft“ von der Schweizerischen landwirtschaftlichen Beratungszentrale AGRIDEA unterstützt. Der Abschlussbericht kann auf der Seite von AGRIDEA eingesehen werden.

Im Rahmen des Projektes wurden auf regionaler Ebene Runde Tische etabliert, um gemeinsam über die konkreten lokalen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze im Zusammenhang mit Luchs und Wolf zu diskutieren. Zu diesen "Regionalen Foren" wurden u.a. Vertretende von Jagd-, Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden sowie die Wildtierbeauftragten eingeladen. Es wurde großen Wert auf den Aufbau einer tragfähigen Beziehungsebene zwischen den Teilnehmenden gelegt. Regionale Foren wurden auf der Schwäbischen Alb, dem Südschwarzwald und dem Mittleren Schwarzwald eingerichtet. Die Ergebnisse der Gesprächsrunden wurden an die AG Luchs und Wolf übergeben.

Die Federführung des Projektes lag bei der FVA, als Kooperationspartner waren die Universität Freiburg sowie zahlreiche Verbände der AG Luchs und Wolf beteiligt.

Im Jahr 2008 wurde von der AG Luchs und Wolf das Forschungsprojekt „Der Luchs in Baden-Württemberg“ initiiert. Ziele des interdisziplinären Projektes waren es, ein tiefergehendes Verständnis über die Konfliktdynamik der beteiligten Akteure aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz zu erlangen sowie die Hintergründe von möglichen illegalen Abschüssen zu beleuchten. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf naturwissenschaftlichen Analysen, in denen die Eignung Baden-Württembergs als Luchslebensraum und das Entwicklungspotenzial eines möglichen Luchsvorkommens im Land untersucht wurden. Die Projektleitung lag bei der FVA, Kooperationspartner war die Universität Freiburg. Die Ergebnisse sind im Rahmen zweier Dissertationen veröffentlicht:

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