Wissenstransfer und Kommunikation
FVA BW/v. Plate
Die rund 150 Jahre lange Abwesenheit der Wölfe und verlorengegangenes Wissen erfordern Austausch und Dialog.
Die Menschen in Deutschland haben sich an die Abwesenheit großer Beutegreifer gewöhnt. Über einen Zeitraum von ca. 150 Jahren haben sich in Baden-Württemberg Natur und Kultur ohne die Präsenz von Wölfen weiterentwickelt. Dabei ging zum einen Wissen über die Tierart verloren, zum anderen haben sich gesellschaftliche Bedingungen und landwirtschaftliche Praktiken verändert. Die Rückkehr des Wolfes wirft daher vielfältige Fragen auf und stellt unterschiedliche Personengruppen vor neue Herausforderungen.
Im Diskurs um die Tierart treffen diverse Interessen, Erwartungen, Erfahrungen und Wertevorstellungen aufeinander, was zu Spannungen führt. Genau hier spielen Wissenstransfer und Kommunikation eine entscheidende Rolle.
Die FVA begleitet die Wissensvermittlung und den Dialog zum Wolf in Baden-Württemberg
Die FVA ist vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft beauftragt, die im Managementplan Wolf BW enthaltenen Empfehlungen zur Kommunikation in Abstimmung mit dem Ministerium und der AG Luchs und Wolf umzusetzen.
Die Tätigkeiten des Arbeitsbereichs Luchs und Wolf zielen darauf ab, durch die Aufbereitung und Weitergabe von Fachinformationen sowie Netzwerk- und Gremienarbeit einen konstruktiven Dialog in Baden-Württemberg zu fördern und diesen fachlich zu begleiten. Die Vermittlung von Wissen ist für einen faktenbasierten Austausch wichtig. Gleichsam spielen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessengruppen und die Berücksichtigung unterschiedlicher Emotionen eine entscheidende Rolle für die Erarbeitung praktikabler Lösungswege.
Die Kommunikationsarbeit des Arbeitsbereichs richtet sich sowohl an spezielle Zielgruppen wie Tierhaltende als auch an die breite Öffentlichkeit.
Wissen über den Wolf – Die Basis für eine lösungsorientierte Auseinandersetzung
Für einen lösungsorientierten Diskurs sind sachliche Informationen und aktuelle wissenschaftliche Daten über die Verbreitung und das Verhalten der Wölfe in Baden-Württemberg von entscheidender Bedeutung. Wissen über die wildtierbiologischen Aspekte des Wolfs ermöglicht eine realistische Einschätzung der Situation. Sie bilden die Grundlage für eine sachliche Auseinandersetzung über die Auswirkungen der Rückkehr der Wölfe auf die Lebensweise der Menschen.
An dieser Stelle nimmt der Herdenschutz einen hohen Stellenwert ein, aber auch dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen in Baden-Württemberg soll durch die Vermittlung von Informationen nachgekommen werden.
Die FVA stellt umfassendes Infomaterial in Form von Flyern, Handreichungen, FAQs und Videos zu den Themen Biologie, Herdenschutz, Kommunikation und Netzwerkarbeit bereit.
Neben Print- und Onlineformaten informieren und beraten Teammitglieder des Arbeitsbereichs Luchs und Wolf bei Vorträgen, Fortbildungen, Diskussionsrunden und in Arbeitsgruppen.
Bei Interesse an einem fachlichen Input können Sie uns gerne anfragen! Schreiben Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an. |
Reden über den Wolf – und zwar miteinander!
Emotionen, Sorgen und Unsicherheiten spielen beim Thema Wolf eine zentrale Rolle. Für einen lösungsorientierten, respektvollen Diskurs braucht es daher mehr als wissenschaftliche Daten und Informationsarbeit. Vielmehr ist ein Austausch der unterschiedlichen Interessensgruppen und gegenseitiges Vertrauen – auch gegenüber der Verwaltung und Politik – nötig.
Im Zuge der Erstellung des Managementplans Wolf wurden mit der AG Luchs und Wolf Leitlinien für die Kommunikation abgestimmt. Diese gelten sowohl für die Arbeit innerhalb des Gremiums als auch für die Kommunikation nach außen.