Erfolgskontrolle Prädatorenmanagement
Die Erfolgskontrolle des Prädatorenmanagements im Schwarzwald ist ein zentraler Bestandteil sowohl des Maßnahmenplans 2023–2028 als auch des übergeordneten Aktionsplans Auerhuhn. Sie dient dazu, die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen im Handlungsfeld Prädatorenmanagement systematisch zu überprüfen und eine kontinuierliche Anpassung der Strategien zum Schutz der Auerhuhnpopulation im Schwarzwald zu gewährleisten.
Bedeutung des Prädationsdrucks für das Auerhuhn
Der Prädationsdruck – also der Einfluss der Fressfeinde auf das Auerhuhn – spielt eine entscheidende Rolle für den Bruterfolg und den Bestand dieser bedrohten Art. Besonders in der sensiblen Phase der Brutzeit und Kükenaufzucht können Verluste durch Beutegreifer wie Fuchs, Dachs und Marderartige zur Bestandsgefährdung beitragen. Ist der Prädationsdruck zu hoch, sinken die Überlebenschancen von Eiern, Küken und Jungvögeln deutlich, was die Erholung der Population stark beeinträchtigt. Daher ist die gezielte Reduktion des Prädationsdrucks ein wichtiger Hebel, um das Überleben und die Vermehrung des Auerhuhns im Schwarzwald langfristig zu sichern.
Worum geht es beim Prädatorenmanagement und dessen Erfolgskontrolle?
Im Rahmen des Prädatorenmanagements wird angestrebt, den Einfluss der natürlichen Fressfeinde des Auerhuhns (= Prädationsdruck) insbesondere während der sensiblen Phase der Brutzeit und Kükenaufzucht in ausgewählten Teilbereichen der Kernzonen des Auerwildvorkommens deutlich zu verringern. Die Erfolgskontrolle erfolgt dabei nicht über eine direkte Messung des Prädationsdrucks auf das Auerwild, sondern anhand der nachweisbaren Reduktion der Raubwildpräsenz durch gezieltes jagdliches Management.
Weitere Informationen und Ansprechpartner zum Prädatorenmanagement
Wissenschaft und Praxis – Gemeinsam für den Artenschutz
Die wissenschaftliche Begleitung des Maßnahmenplans 2023-2028 durch das FVA-Wildtierinstitut ist von zentraler Bedeutung, um die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen kontinuierlich zu erfassen und fundiert zu bewerten. Ziel ist es, den Bestand der akut bedrohten Auerhuhnpopulation im Schwarzwald zu stabilisieren und langfristig und nachhaltig zu stärken.
FVA BW | J. Diehl (mit Unterstützung durch eine KI)
Symbolische Abbildung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis
Zusammenarbeit, die wirkt
FVABW | J. Diehl (erstellt mit Canva)
Ein entscheidender Erfolgsfaktor unseres Ansatzes ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Partner wie das FVA-Wildtierinstitut, der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., der Verein Auerhuhn im Schwarzwald e.V. sowie zahlreiche Akteure vor Ort bringen ihre Expertise ein. So verbinden wir aktuelle Forschungsergebnisse mit wertvollen Praxiserfahrungen und entwickeln gemeinsam wirksame, anpassungsfähige Maßnahmen, die optimal auf die Bedingungen im Schwarzwald zugeschnitten sind.
Flexibel und zukunftsorientiert
Das Managementkonzept ist flexibel angelegt: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen werden laufend integriert. Bewährte Maßnahmen werden fortgeführt, während wir bei Bedarf Anpassungen vornehmen, um auf neue Herausforderungen zu reagieren. So bleibt das Prädatorenmanagement stets aktuell und wirkungsvoll.
Vertrauen und Akzeptanz
Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis trägt dazu bei, belastbare und fundierte Umsetzungsempfehlungen zu entwickeln. Durch die wissenschaftliche Begleitung können Akzeptanz und Vertrauen in die Maßnahmen bei Politik und Gesellschaft gestärkt werden.
Projekt-Aufbau
Modul 1 untersucht die Entwicklung der Raubwildstrecke in den letzten ca. 30 Jahren und steckt den großen Rahmen aller Gemeinden im Schwarzwald mit Auerwild-Vorrangflächen ab. Datengrundlage hierfür ist die gemeldete Jagdstreckenstatistik.
Modul 2 betrachtet den Jagdaufwand und -erfolg seit Beginn des Maßnahmenplans 2023-2028 und zielt auf die Identifizierung der Rahmenbedingungen für ein wirksames Prädatorenmanagement. Die hierfür nötige Jagddokumentation konzentriert sich auf ausgewählte Teilgebiete der Kernbereiche des Auerhuhnvorkommens und die teilnehmenden Auerwild Hegegemeinschaften.
Modul 3 untersucht die Raubwildpräsenz in zwei Untersuchungsgebieten mit unterschiedlich bejagten Revieren und vergleicht den Jagdaufwand mit der Entwicklung des Raubwildvorkommens über die Projektzeit. Die Präsenz des Raubwilds soll hierbei mittels genetischer Identifizierung von Individiuen aus Losung und Gewebeproben erfolgen und erfolgt in den Referenzgebieten Südschwarzwald und Mittlerer Schwarzwald.
Ihr Engagement zählt
Sie sind jagdlich aktiv in Revieren mit Auerhuhn Vorrangflächen und wollen sich in unserem Projekt engagieren?
Dann sind Sie hier genau richtig!
Mit Ihrer Unterstützung bei der Umsetzung des Managements und der Datenerhebung leisten Sie einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg unserer Schutzmaßnahmen. Jeder einzelne Beitrag stärkt die wissenschaftliche Begleitung des Prädatorenmanagements und ermöglicht eine politisch geförderte sowie gesellschaftlich akzeptierte Ausgestaltung der Jagd. Dafür danken wir Ihnen herzlich!
So können Sie mitmachen
Wir haben verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie Sie uns die für das Projekt wichtigen Informationen unkompliziert übermitteln können. Ihre Erfahrungen und Beobachtungen vor Ort sind für uns von unschätzbarem Wert.
Hier können Sie das Dokument "Definition und Erklärung der auszufüllenden Eintragungsfelder (PDF, 1,2MB)" herunterladen.
Folgende Wege stehen Ihnen zur Dokumentation des Jagdaufwands und der Raubwildstrecke zur Verfügung:
- Mobile Applikation CyberTracker (projektbezogen):
Nutzen Sie die eigens für das Projekt erstellten CyberTracker-App Projekte. Ihre erfassten Daten sind durch den regelmäßigen Upload automatisch für das Projektteam verfügbar. Für Sie entsteht dabei kein zusätzlicher Aufwand. - Revierwelt-Applikation sowie die mobilen Anwendungen von MinkPolice und TRAPMASTER:
Mit diesen gängigen Tools können Sie gezielt Daten zum Prädatorenmanagement exportieren. Der Versand erfolgt aktiv durch Sie – zum Beispiel per E-Mail oder über eine Cloud-Lösung. - Handschriftliche Dokumentation & vorbereitete Tabellen:
Sie können Ihre Eintragungen auch klassisch auf Papier vornehmen – hierfür stellen wir Ihnen Tabellen zum Ausdrucken zur Verfügung. Für die Verortung Ihrer Aktivitäten erhalten Sie auf Wunsch passende Revierkarten (nach Absprache mit der Revierleitung). Die Rücksendung ist postalisch möglich; alternativ können Sie die Daten elektronisch im bereitgestellten Excel-Dokument erfassen und per E-Mail verschicken.
Im Rahmen der Datenerfassung und -übermittlung werden personenbezogene Daten (Name oder Pseudonym) verarbeitet. Daher bitten wir Sie, vor dem Herunterladen der zugehörigen Dateien, um Ihre Einwilligung hierzu. Nach Ihrer Einwilligung zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten erhalten Sie von uns eine Email mit den Links zu folgenden Dateien:
- Anleitung zur Erhebung mittels CyberTracker-App
- weitere Dokumentationsmöglichkeiten mit Revierwelt und Fallenmelder Applikationen
- Abfragetabellen Jagdaufwand & Raubwildstrecke
Es steht Ihnen offen, alle Varianten zu testen, um die am besten geeignete auszuwählen.
Bitte beachten Sie:
Aktuell ist eine Datenerhebung zur Erfolgskontrolle über das Wildtierportal leider nicht möglich. Meldungen, die im Rahmen der Erfolgskontrolle erfolgen, ersetzen Ihre Meldung im Wildtierportal nicht. Bei der Nutzung der Revierwelt Applikation besteht für Sie jedoch die Möglichkeit Ihre Daten an das Wildtierportal zu übermitteln. Eine Anleitung hierzu finden Sie unter: https://wiki.revierwelt.de/index.php/knowledge-base/wildtierportal-und-streckenliste/. Bitte überprüfen Sie dort Ihre Daten, da uns Hinweise auf Übermittlungsprobleme vorliegen. Wir danken für Ihr Verständnis.
Während der Projektlaufzeit kann es zu notwendigen Anpassungen kommen. Diese werden Ihnen hier sowie über Ihre Bezirks- oder Hegegemeinschaftsleitungen mitgeteilt. Ein regelmäßiger Besuch unserer Projektseite lohnt sich also.
Einwilligungserklärung für die Datenverarbeitung
Zum Öffnen der Einwilligungserklärung für die Datenverarbeitung hier klicken.
Ich willige ein, dass meine personenbezogenen Daten (Name oder Pseudonym) zum Zweck der wissenschaftlichen Erfolgskontrolle im Prädatorenmanagement verarbeitet werden. Mir ist bekannt, dass ich diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen kann. Weitere Informationen zu dieser Verarbeitung finden Sie unter dem Punkt 4.2 „Abfrage zur Erhebung von Jagdaktivitäten“ in unseren Datenschutzhinweisen unter folgendem Link: https://www.fva-bw.de/datenschutzhinweise
Sie haben Fragen oder Anregungen?
Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Wir stehen Ihnen gerne für alle Rückfragen zur Verfügung und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
Weitere Informationen
Eine Kooperation mit
Auerhuhn im Schwarzwald e.V.

Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.

