Wisentweide auf dem Härtsfeld

Zu den Ursachen des weltweiten Artenschwunds trägt der zunehmende Verlust an kleinräumig strukturierten, abwechslungsreichen Vegetationslandschaften erheblich bei. Darüber hinaus fehlen heute in unserer heimischen Fauna die Großherbivoren, die wesentliche Treiber der Gestaltung solcher Lebensräume waren. Die erneute Etablierung und Förderung der Waldweide, die als historische Waldnutzungsform in Mitteleuropa lange Tradition hatte, ist eines der Ziele der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz (Ziel 4), um diesem fortschreitenden Verlust entgegenzuwirken. Durch eine extensive Beweidung und gezieltes Weidemanagement können mosaikartige Landschaften mit wertvollen Übergangsbereichen und lichten Waldstrukturen geschaffen und somit die Lebensraumvielfalt erhöht werden. Weidewälder zählen zu den artenreichsten Landlebensräumen Mitteleuropas.

Das Projekt

Das Projekt „Wisentweide auf dem Härtsfeld“ ist ein Pilot-Naturschutzprojekt in Baden-Württemberg, das mit Wisenten (Bison bonasus) eine kombinierte Beweidung von Wald, Wacholderheiden und landwirtschaftlichen Flächen betreibt. Auf insgesamt 35,5 hektar Fläche weiden ganzjährig mittlerweile neun Tiere dieser letzten Wildrinderart Mitteleuropas. Neben einer intensiven Betreuung der Tiere durch einen Tierhalter vor Ort findet im Projektgebiet ein engmaschiges Monitoring statt. Dabei werden folgende Artengruppen und Strukturen erhoben:

  • Vegetation (Arten, Lebensraumtypen und Strukturen)
  • Fledermäuse
  • Brutvögel
  • Tagfalter
  • Heuschrecken
  • Dungkäfer
  • Ameisen

Ziel des Weideprojektes

Das langfristige Ziel des Weideprojektes ist, einen mosaikartig aufgelichteten Wald zu entwickeln, der in kleinräumigen, sanften Übergängen (Ökotone) mit dem angrenzenden Offenland verzahnt ist und eine hohe Strukturvielfalt bietet. Durch Fraß, Tritt, Scheuern, Wälzen und Koteintrag der Wisente werden Mikrohabitate geschaffen, die in unserer Landschaft inzwischen stark unterrepräsentiert sind. Auf diese Weise sollen wieder Lebensräume für gefährdete und spezialisierte Arten entstehen, artenreiche Lebensgemeinschaften aufgebaut und damit die Biodiversität gefördert werden. Besonders Waldzielarten der lichten Wälder sowie Arten der Gebüschsäume werden davon profitieren. Darüber hinaus kann der Bestockungsanteil der Lichtbaumarten auf diesen Flächen erhöht werden (Ziel 2 der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz).

Durch den Einsatz der seltenen, stark gefährdeten Großtierart Wisent, die sich auf der Fläche reproduzieren und damit ihren Genpool erweitern kann, wird zusätzlich deren Arterhaltung unterstützt.

Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, sanften Tourismus‘ sowie Umweltbildung durch erlebbaren Naturschutz für die Bevölkerung anzubieten.

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