WeiTaRi

Strategien zur stofflichen Nutzung von rindengeschädigten Weißtannen

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Holz als nachwachsender klimafreundlicher Rohstoff immer weiter gestiegen. Insbesondere die Weißtanne ist dabei dank ihrer Eigenschaften gut geeignet, in Zukunft eine tragende Rolle zu übernehmen. So ist sie recht sturmfest, weniger trockenanfällig als Fichte und schattentolerant, weswegen die Weißtanne gerade für Mischwälder und den angestrebten Waldumbau geeignet ist.

Rindenschäden als Risiko für Holzverarbeitung und Vitalität

Eine effiziente Nutzung und Verarbeitung des Holzes trägt zur Absicherung der natürlichen und nachhaltigen Rohholzversorgung bei. Das Auftreten von Rindenschäden stellt – nicht nur bei der Weißtanne – eine potentielle Einschränkung dar durch Veränderungen der Holzstruktur, im schlimmsten Fall führen Rindenschäden zum Absterben von Bäumen. Unterschieden werden können einerseits Schälschäden, die durch Abnagen des Basts von wiederkäuenden Wildarten entstehen und zum anderen um Fäll- und Rückeschäden, die bei der Holzernte auftreten können.  Am Baum führen die Schäden zu Wundüberwallungen und potentiellen Folgeschäden durch Pilze und Insekten, die über die Wunde in den Baum eindringen und so auch verarbeitungsrelevante Gegenreaktionen im Holz und Farb- und Strukturveränderungen auslösen.

Das Verbundprojekt WeiTaRi

In dem Verbundprojekt WeiTaRi (Strategien zur stofflichen Nutzung von rindengeschädigten Wetannen) setzt sich die Abteilung Waldnutzung mit der Erforschung und den Auswirkungen von Rindenschäden der Weißtanne auseinander und leistet einen wichtigen Beitrag in der Schnittstelle zwischen Holzproduktion, -bereitstellung und -nutzung. Gemeinsam mit den Projektpartnern der Technischen Hochschule Rosenheim und dem Sägewerk Echtle aus Nordrach werden dabei Möglichkeiten einer betriebswirtschaftlichen sinnvollen und langfristig stofflichen Nutzung von rindengeschädigten Weißtannen ermittelt. Während die FVA die Datenaufnahme und -verarbeitung für die Charakterisierung der Schäden am Rohholz übernimmt, wird die Verarbeitung zu Schnittholz und die Produktbewertung bei den Projektpartnern durchgeführt. 

Analyse der inneren Holzstruktur mittels CT und KI

Mittels Computertomografie (CT) und Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) werden Auswirkungen der Rindenschäden auf die innere Holzstruktur analysiert und vorausgesagt. Ziel ist eine Verarbeitungsoptimierung zu entwickeln, so dass die innere Schadausprägung insbesondere die optische Qualität des Schnittholzes möglichst wenig beeinflussen und so der Erlös pro Stamm erhöht wird. Die Abteilung Waldnutzung kann dabei auf jahrelange und projektübergreifende Erfahrung in dem Bereich zurückgreifen. Unter anderem stehen bereits automatisierte Verfahren zur Asterkennung und Vorhersagemodelle für Festigkeit von Schnittholz zur Verfügung. Ebenso wurde bereits an Verfahren zur Erkennung und Quantifizierung des Nasskerns gearbeitet, die ebenfalls im Rahmen des Projekts weiterentwickelt werden sollen.

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