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Super-Esche gesucht!

Die Zukunft der Baumart Esche ist derzeit durch den Einfluss des Eschentriebsterbens (ETS) stark gefährdet. Der vermutlich über Handelsrouten eingeschleppte Pilz mit dem deutschen Namen Falsches Weißes Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) verursacht an der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) vielfältige Schadsymptome wie  Blattwelke, Rücksterben von Trieben, Rindenläsionen. Auch Stammfußnekrosen werden in einem direkten Zusammenhang mit der Infektion gesehen. Eschenbestände können durch die Infektion stark geschädigt werden und langfristig durch die jährlich wiederkehrende Schwächung absterben.

Im deutschlandweit angelegten Verbundprojekt FraxForFuture werden deshalb heimische Eschen auf ihre potenzielle Toleranz gegenüber dem pilzlichen Schaderreger untersucht. Denn die Beobachtung zeigt, dass einzelne Individuen mit der Infektion besser zurechtkommen als andere. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Eigenschaft einzelner Bäume genetische Ursachen hat, die vererbbar sind – also an die Folgegeneration weitergegeben werden können.

Die Suche geht weiter! Hinweise erwünscht!

In Baden-Württemberg sucht die FVA besonders widerstandsfähige Eschen, die durch wenige bis gar keine Schadsymptome der Krankheit auffallen. Die Vitalität der Bäume wird anhand des Boniturschlüssels für Alteschen, der im Rahmen von FraxForFuture entwickelt worden ist, beurteilt. Oft stechen diese nahezu gesunden Individuen hervor, weil in direkter Nachbarschaft stark erkrankte und absterbende Eschen stehen. 2021 haben Revierleitende und Interessierte bereits maßgeblich dazu beigetragen rund 150 solcher Bäume aufzufinden. Doch auch bei diesen Hoffnungsträgern zeigen sich meist leichte ETS-typische Symptome. Völlig resistente Eschen (Vergleich Stufe 0 des Boniturschlüssels) konnten nicht ausfindig gemacht werden. Aus diesem Grund zielt die Suche auf weitestgehend tolerant erscheinende Baumindividuen ab, die sich durch geringe Schadymptome gegenüber dem ETS auszeichnen.

In den kommenden Sommermonaten ist die FVA ein weiteres Mal auf der Suche nach widerstandsfähigen Eschen in Baden-Württemberg. Um auch in diesem Jahr erfolgreich zu sein, werden Hinweise von Revierleitenden und Interessierten dringend benötigt. Im Fokus stehen insbesondere weibliche Bäume, die sich zur Saatgutgewinnung eignen. Als Hilfestellung bei der Beurteilung soll dabei die unten aufgeführte Checkliste und der veröffentlichte Boniturschlüssel helfen.

Bitte melden Sie uns Ihre Hinweise per E-Mail, gerne mit dem angehängten Rückmeldebogen:

Download des Rückmeldebogens (Excel 110 KB)

Checkliste:

  • Eschen bis einschließlich Boniturstufe 2 (dieser Link führt direkt zum Boniturschlüssel)

  • Insbesondere weibliche Bäume mit Fruchtbehang zur späteren Saatgutgewinnung

  • Vorkommen im geschlossenen Waldbestand und nicht in freier Landschaft

  • Eschen im Umfeld haben deutliche Symptome

  • Möglichst keine Stammfußnekrosen

  • Keine bis wenige Ersatztriebe

  • Keine bis wenig Triebsterben oder Blattwelkesymptome

Symptome befallener Eschen

Eschen für die Zukunft bewahren

An den 150 Eschen, die bereits 2021 ausgewählt worden sind, wurden während der Vegetationsruhe im Januar und Februar 2022 Pfropfreiser geworben. Kletterer haben aus der Lichtkrone Triebe geschnitten, die auf Eschen-Unterlagen veredelt worden sind. Durch die Veredelung konnte das genetische Material dieser besonders wertvollen Einzelbäume gesichert werden. 2000 junge Eschen-Klone stehen für Resistenztests zur Verfügung. Diese werden in den kommenden Monaten auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Eschentriebsterben getestet, indem sie gezielt mit dem Erregerpilz in Kontakt gebracht werden. Das langfristige Ziel besteht darin, eine Auslese der widerstandsfähigsten Eschen in Klonarchiven zu sichern und eine aus toleranten Eschen bestehende Samenplantage anzulegen.

Zusätzlich zu den Klonen aus dem Wald wird Saatgut geerntet und ausgesät. Die daraus entstehenden Nachkommenschaften ausgewählter Eschen werden auf ihre Toleranz geprüft und stehen langfristig für die Anlage von weiteren Sämlingssamenplantagen zur Verfügung.

Von der Reiserernte zum Pfropfling

Projekt FraxForFuture

Im Demonstrationsprojekt FraxForFuture wird neben der Selektion von widerstandsfähigen Eschen umfassende Forschung zu Einflussfaktoren und Folgen des Eschentriebsterbens betrieben. Dabei wird beispielhaft der Umgang mit einem invasiven Schaderreger erprobt. Forschungsinstitute, Forstverwaltungen und Hochschulen arbeiten in verschiedenen Disziplinen in ganz Deutschland zusammen, um alle Aspekte der Krankheit und ihrer Folgen, vom Erreger bis zur Widerstandsfähigkeit der Esche zu verstehen und Maßnahmen für den Umgang mit erkrankten Beständen zu erarbeiten.

Projektförderung

Das Demonstrationsprojekt FraxForFuture wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Projekte der Unterverbünde werden aus Fördermitteln des Waldklimafonds finanziert. Projektträger ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V.

    

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