Waldnaturschutz

Naturschutzthemen haben für die Gesellschaft eine große Bedeutung. Ziel des Waldnaturschutzes ist es die charakteristische biologische Vielfalt der Wälder zu erhalten. Dabei gilt es mehr denn je die verschiedenen Ansprüche an den Wald auszubalancieren. Naturschutz im Wald beinhaltet eine große Themenvielfalt: Gefährdete Tier- und Pflanzenarten, Waldgesellschaften und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten sollen erhalten und gefördert werden, seltene Waldstandorte sind zu bewahren und die naturnahe Waldwirtschaft ist entsprechend der Waldnaturschutzziele weiterzuentwickeln. Zudem muss ein Wald und Offenland umfassender Biotopverbund hergestellt werden. Anpassungsstrategien an die Auswirkungen des Klimawandels sind zu erarbeiten und Konzepte zu entwickeln, wie mit invasiven Tier- und Pflanzenarten umzugehen ist. Die Abteilung Waldnaturschutz nimmt diese Aufgaben an, indem sie ihre Projekte inhaltlich gebündelt in fünf Bereichen bearbeitet.

Arbeitsbereiche

Die Waldpflanzenökologie erarbeitet die standorts- und vegetationskundlichen Grundlagen für die Entwicklung, Pflege und Nutzung von Waldlebensräumen. Methoden zur Beschreibung und Klassifikation der Waldstandorte nach Klima, Geomorphologie, Bodeneigenschaften sowie aktueller und potenzieller natürlicher Vegetation werden entwickelt und erprobt. Die waldökologische Standortskartierung in Baden-Württemberg wird fachlich geleitet, die erzeugten standortskundlichen Sach- und Geodaten werden in Datenbanken gepflegt. Auf der Basis vegetationsökologischen Wissens werden Fachkonzepte für die Entwicklung von lichten Wäldern sowie Feucht- und Moorwäldern erstellt und beispielhaft in die Umsetzung geführt – z.T. unter Nachahmung historischer Waldnutzungsformen. Die Auswahl und Überwachung von Waldzielarten aus den Gruppen der Gefäßpflanzen, Moose, Flechten und Pilze dienen der Sicherung der Qualität der Waldlebensräume. Forschungsaktivitäten sind auch den Beeinträchtigungen der Wälder durch Stickstoffeinträge und durch invasive Neophyten gewidmet.

Projekte im Arbeitsbereich

Potenzialerhebung zur Verbesserung der ökologischen Qualität von Waldbächen

1726 Potenzialerhebung zur Verbesserung der ökologischen Qualität von Waldbächen Im Jahr 2000 trat die EU-Wasserrahmenrichtlinie in Kraft. Seitdem wurden die Anstrengungen intensiviert, die Fließgewässer im Land wieder durchgehend in einen guten Zustand zu versetzen. Nach wie vor gibt es jedoch auch an Waldbächen Durchgängigkeitsprobleme und ökologische Defizite. Zusätzlich gibt es zahlreiche bachbegleitende Waldbestände mit problematischen, nicht standortangepassten Baumarten. Mithilfe von Geodaten soll ein Verfahren entwickelt werden welches berechnet, an welchen Fließgewässern im Land Defizite und Potenziale zu finden sind. Anschließend soll die Methodik zusammen mit interessierten Kommunen, Forstbetriebsgemeinschaften und Privatwaldbetrieben auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Im Rahmen des Projekts können im Anschluss Verbesserungsmaßnahmen entlang der Gewässer geplant und begleitet werden. 2020 2022 Biodiversität und Genetik Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz

Vereinfachte Standortsinformation im Kleinprivatwald

1749 Damit die Wälder auch im Zuge eines zunehmend trockener und wärmer werdenden Klimas noch Leistungen wie Boden-, Trinkwasser- und Klimaschutz für die Gesellschaft erbringen können, kommt dem klima- und standortsangepassten Waldbau eine besondere Bedeutung zu. Auch sind vermehrt Wiederbewaldungsmaßnahmen notwendig, wenn Wälder durch Extremwetterereignisse, Insekten oder Pilze geschädigt werden. Dazu sind Informationen über die Standortseigenschaften in unseren Wäldern notwendig. Für beinahe 60 % der knapp 393.000 Hektar Kleinprivatwald in Baden-Württemberg liegen aber noch keine detaillierten Standortskartierungen vor.Eine Standortskartierung im Wald wird in aufwändiger Feldarbeit mit flächigem Geländebegang und einer Entnahme von Bodenproben mittels eines Bohrstockes in einem Raster von 50 x 50 Meter durchgeführt. Der Fortschritt auf der Fläche ist dadurch jedoch begrenzt. Um dennoch schnell eine Grundlage für die Beratung der zahlreichen Kleinprivatwaldbesitzenden durch die Försterinnen und Förster zu gewährleisten, soll nun in einem Pilotprojekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) eine „Vereinfachte Standortsinformation“ bereitgestellt werden. Die Gebietskulisse dieses Projekts umfasst Waldflächen in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und Schwarzwald-Baar-Kreis, die im Wuchsraum „Mittlerer Schwarzwald zwischen Kinzig und Dreisam“ liegen. Dort gibt es 20.000 Hektar Kleinprivatwälder, die noch nicht standortskundlich kartiert sind. Um diese weißen Flecken auf der Standortskarte zu füllen, wird die FVA die Vielzahl bereits bestehender Informationen zum Gelände, der Geologie, den Böden und dem Klima im besagten Gebiet neu auswerten. Viele dieser Daten liegen inzwischen digital und in hochauflösender Genauigkeit vor. Zugleich haben sich die Auswertemöglichkeiten und -methoden stark verbessert. So können, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus bisherigen Kartierungen und dem Wissen um die Ansprüche der Baumarten, die Möglichkeiten und Grenzen der waldökologischen Eignung verschiedener Baumarten und Waldtypen in den Privatwäldern bewertet werden. Das Verfahren kann die systematische Standortskartierung in ihrer Genauigkeit nicht ersetzen. Die Ergebnisse werden aber die Möglichkeiten der Beratung der Kleinprivatwaldbesitzenden im Mittleren Schwarzwald erheblich verbessern. Aufgaben im Projekt: • Aufbereitung bereits verfügbarer Grundlagen und Standortsinformationen, u.a. aus geologischen, bodenkundlichen oder standortskundlichen Kartierungen • Ableitung und Auswahl geeigneter Kennwerte zum Relief aus dem digitalen Geländemodell • Identifizierung und Bildung abzuleitender Standortstypen • Konstruktion einer vereinfachten Standortsgliederung nach Höhenstufen und Reliefmerkmalen, ergänzt um einfach im Gelände anzusprechende Gehalte an Grobboden und standortsweisender Bodenvegetation • Herleitung einer Baumarteneignungstabelle für die Standortstypen der vereinfachten Standortsinformation • Testlauf der Standortsgliederung anhand von Stichproben im Projektgebiet 2020 2021 Klimafolgenforschung Boden und Umwelt Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Projektleitung) Boden und Umwelt (Integration Modelle Wasserhaushalt) René Kallen Hans-Gerhard Michiels

ALPTREES - Transnationale Zusammenarbeit für eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung eingeführter Baumarten in städtischen Gebieten und Wäldern im Alpenraum

1654 Der Anbau eingeführter Baumarten (NNT) wird derzeit kontrovers diskutiert und kann zu Interessenkonflikten führen.Zu den Vorteilen gehören eine mögliche Eindämmung des Klimawandels sowie eine Anpassung an diesen, Beiträge zur Bioökonomie, zur Infrastruktur im städtischen und stadtnahen Raum und zur Minderung von Naturgefahren. NNT können jedoch invasiv werden und somit Risiken für die heimische biologische Vielfalt, die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen oder die Sozioökonomie darstellen. In sensiblen und kritischen Ökosystemen wie dem Alpenraum (Alpine Space, AS) müssen solche Risiken und Nutzen sorgfältig abgewogen werden, bevor Entscheidungen zur Bewirtschaftung getroffen werden. Die Erfahrungen mit dem Management von NNT in städtischen Gebieten, Stadtrandgebieten, ländlichen Gebieten und Wäldern sind häufirg lokal oder regional fokussiert und ein überregionaler Austausch findet nur selten statt. Angesichts der Herausforderungen im Umgang mit NNT sowohl in Bezug auf den Nutzen als auch die Risiken ist jedoch ein europäischer transnationaler Ansatz erforderlich, um die Rolle von NNT in zukünftigen AS-Ökosystemen zu beurteilen. Das Ziel des Projektes ist es, regionale Datensätze und Erfahrungen aus den Anrainerstaaten zusammenzuführen, um auf dieser Grundlage supranational akzeptierte Grundsätze für den Anbau eingeführter Baumarten in der Alpenregion zu erarbeiten. 2019 2022 FVA-Wildtierinstitut Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Erstellen regionaler Listen eingeführter Baumarten, Risikoanalysen, Erfassung der verschiedenen Dienstleistungen eingeführter Baumarten abhängig vom Standort) FVA-Wildtierinstitut (Freiburger Stadtwald als Fallstudie: Wahrnehmung eingeführter Baumarten in der Gesellschaft und Ökosystemdienstleistungen eingeführter Baumarten in einer stadnahen Landschaft)

Herkunft und Anpassung der Eichen auf Reliktstandorten

1408 Die mitteleuropäischen Eichenarten werden mit ihrer besonderen Stressadaption in Zukunft wohl eine größere forstwirtschaftliche Rolle spielen. Voraussetzung sind jedoch geeignete Herkünfte. Solche Herkünfte dürften sich in trockenen Reliktvorkommen mit langer Habitattradition finden. Deshalb zielt das Pro-jekt AQUAREL (Anpassung von Quercus auf Reliktstandorten) als Beitrag zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel, zur Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und zur Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern auf die Identifizierung und Charakterisierung solcher Vorkommen ab. Zu diesem Zweck suchen die Projektpartner ca. 50 mutmaßlich autochthone aride Traubeneichenbestände in Süddeutschland und dem Elsass aus. Sie sprechen die Standorte und die Biodiversität der Wälder unter besonde-rer Berücksichtigung der Habitattradition an. Darüber hinaus beschreiben sie die genetische Variation an neutra-len und adaptiv relevanten Genorten. Exemplarisch werden zehn Altbestände und deren Absaaten mit humiden Eichenwäldern auf ihre stressphysiologischen Fähigkeiten hin verglichen. Auf den Projekterkenntnissen aufbau-end leitet das Vorhaben die Nachkommenschaftsprüfung ein, um die Wuchseigenschaften dieser Herkünfte zu untersuchen und sie als Saatgutquelle zu evaluieren. Dies dürfte den Forstbetrieben in ihren Bemühungen um klimastabile Eichenwälder helfen. 2019 2022 Biodiversität und Genetik Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Aufarbeitung des Versuchsdesigns, Auswahl der Flächen, Bearbeitung der Analysemethodik (in Zusammenarbeit mit Teisendorf), Durchführung der Geländeaufnahmen, Datenanalyse, Veröffentlichung der Ergebnisse.)

Validierung von Critical Limits für Stickstoff von ausgewählten Waldgesellschaften

1511 Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Stickstoffeinträge sollen die derzeit angewandten Grenzwerte für Critical Limits (d.h. kritische Konzentrationen in der Bodenlösung) für Stickstoff in Wäldern, die bisher lediglich auf Experteneinschätzungen beruhen, überprüft werden. Neben der Erhebung einer objektiven Datenbasis zur Ableitung von Critical N Limits zielt das Projekt darauf ab, die Grenzwerte für kritische N-Einträge stärker als bisher zwischen den unterschiedlichen Waldgesellschaften und FFH-Lebensraumtypen zu differenzieren. Hierfür werden zeitgleiche Erhebungen von Vegetationsdaten und Standorts- bzw. Bodenkennwerten in ausgewählten (stickstoffsensitiven) Waldgesellschaften Baden-Württembergs entlang eines an der Vegetation orientierten Stickstoffgradienten durchgeführt. Anhand dieser Datenbasis werden die Zusammenhänge zwischen der Stickstoffkonzentration im Boden sowie anderer Boden- und Umweltvariablen und Veränderungen der Krautschicht untersucht. Das Kriterium zur Bewertung der Stickstoffsensitivität der verschiedenen Waldgesellschaften ergibt sich aus dem Vergleich zwischen der Stickstoffverfügbarkeit und dem Erhaltungszustand der Wälder. Letzterer wird durch den Anteil nicht zum Grundbestand der Waldgesellschaften gehörigen nitrophilen Pflanzen definiert. 2017 2022 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldnaturschutz Waldpflanzenökologie Ernährung & Stoffhaushalt von Wäldern (ab 2013) Waldnaturschutz (Vegetationsaufnahmen Erstellung multivariater Schätzmodelle für die Ableitung von Critical Limits für die einzelnen Vegetationsgesellschaften) Boden und Umwelt (Koordination Durchführung und Auswertung der Bodenuntersuchungen Erstellung multivariater Schätzmodelle für die Stickstoffsättigung Regionalisierung der Stickstoffdeposition (Freiland, Bestand))

Reaktivierung von Mittelwaldstrukturen

1407 Im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW (Ziel 4: Anthropogen lichte Wälder) sollen bis 2020 (Eichen-) Mittelwaldstrukturen auf geeigneten Standorten im Staatswald erhalten und/oder gefördert werden. Lichten Wäldern und Wäldern mit Eichenbestand wird ein hohes Maß an Biodiversität zugesprochen. Lichte Phasen in Wirtschaftswäldern können durch Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung sowie durch langjährige Streuentnahme entstanden sein. Eine Reaktivierung beziehungsweise Fortführung der Biotoptradition kann Spezies lichter und halboffener Standorte fördern. (Eichen-) Mittelwälder erfüllen diese Funktionen in hohem Maße. Die typische Bewirtschaftungstechnik der Mittelwälder liefert initiale ökologische Störungen, auf die eine Dynamisierung folgt, was sich positiv auf die Strukturvielfalt und somit auf die Biodiversität auswirken kann. Es ist deshalb im Projekt zu prüfen, in welchen Wäldern historische Nutzungsformen, z. B. Mittel- oder Niederwaldschläge, wieder aufgenommen werden können. (Rest-) Strukturen finden sich oft in Schonwäldern, aber auch außerhalb von Waldschutzgebieten. In einem ersten Projektschritt werden aufgrund der vorhandenen Datengrundlagen bekannte eichenreiche Schonwälder mit erhaltenen Mittelwaldstrukturen und „Nutzungsgeschichte mit lichten Bestandesphasen“ bezüglich ihres aktuellen Zustandes untersucht. Darauf aufbauend sollen dort zielgerichtete Pflegemaßnahmen definiert, geplant und durchgeführt werden. Besonders folgende Schonwälder weisen noch intakte Strukturen auf und erscheinen derzeit untersuchungswürdig: • Schonwald Löhlein/Tauberbischofsheim (Mittelwald) • Schonwald Wolferstetter Hölzle/Walldürn (Mittelwald) • Schonwald Kastenwört/Karlsruhe (Mittelwald) • Schonwald Heselmiss/Bad Liebenzell (Streunutzung) • Schonwald Ellenberg/Wertheim (Niederwald) • Schonwald Dossenwald/Rhein-Neckar-Kreis (Kopfweidenbetrieb) • Schonwald Diptam/Landkreis Waldshut (Steppenheidewald-Standort mit geringwüchsiger Laubholzbestockung) In einem zweiten Schritt werden landesweit weitere geeignete Wälder gesucht, um dort Mittelwaldstrukturen (wieder) herzustellen. Dabei wird auf den Erfahrungen aus dem ersten Projektschritt aufgebaut. Alle Flächen und Maßnahmen werden zusammen mit der jeweils örtlich zuständigen Unteren Fortbehörde ausgewählt und konzipiert. Der Erfolg der Maßnahmen wird durch zielgerichtete Evaluierung festgestellt. 2015 2025 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Konzeptentwicklung und Durchführungsplanung, Projektleitung)

Entwicklung einer praxisnahen Methode zur Evaluierung der Invasivität von Waldbaumarten in Europa

1451 Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Rahmenkonzeptes für eine wissenschaftlich fundierte Analyse und Überwachung gebietsfremder (potentiell) invasiver Waldbaumarten in Europa. Hierfür sollen Kriterien für die Abschätzung der Invasivität von gebietsfremden Baumarten definiert und diese mit Daten aus verschiedenen forstlichen Inventuren geprüft und objektiv bewertet werden. Solch ein objektives und standortbezogenes Konzept verbessert zum einen die internationale Vergleichbarkeit von Invasivitätsbewertungen gebietsfremder Baumarten. Zum anderen entspricht es dem in der Forstwirtschaft etablierten Ansatz einer auf standörtlicher Grundlage differenzierten Planung und Bewirtschaftung, sodass auf dieser Basis forstliches Management- und Naturschutzmaßnahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit gebietsfremden Baumarten abgeleitet werden können. 2015 2020 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Leitung und Durchführung des Vorhabens)

Konzeption zur Erhaltung und Wiederherstellung lichter Wälder in Baden-Württemberg

1315 Lichte Wälder kommen natürlicherweise dort vor, wo die Standortsbedingungen für das Baumwachstum extrem sind, z.B. in bodentrockenen Karstlandschaften. Zudem sind lichte Waldstrukturen anzutreffen, die aus menschlicher Waldbewirtschaftung hervorgegangen sind, wie etwa Hutewälder. Lichten Wäldern wird ein besonders hoher naturschutzfachlicher Wert zugesprochen. Diese besondere Wertigkeit liegt in der Struktur- und Habitatvielfalt, der Standortsdynamik und der oftmals langen Biotoptradition begründet. Lichte Wälder sind heute in der Landschaft meist nur noch kleinräumig und isoliert oder in Form gepflegter Restbestände zu finden. Öfter sind unbewirtschaftete, in Sukzession befindliche Relikte auszumachen, die sich dynamisch in Richtung der Schlusswaldgesellschaften entwickeln und ihre besonderen Lebensraumeigenschaften zunehmend verlieren. Zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume werden in natürlich lichten Wäldern Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen betrieben, Auflichtung und Biomasseaustrag sind dabei die wichtigsten Maßnahmen. In anthropogen lichten Wäldern bietet sich die Rückkehr zu den originären Bewirtschaftungsmaßnahmen unter Anpassung an moderne Anspruchslagen an. Dazu werden in Pilotprojekten in verschiedenen Naturräumen unterschiedliche Lichtwaldtypen freigestellt und Beweidungs- und Streuentnahmevorhaben eingerichtet. Diese Maßnahmen werden mittels eines Monitorings begleitet. Auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Bewirtschaftungssysteme findet in dem Projekt Berücksichtigung. Neben einer teilweisen Refinanzierung der Maßnahme ist so zu erwarten, dass dadurch ein höherer Erfolg der Maßnahme erzielt werden kann. Der Erfolg der Maßnahmen soll über die Waldbiotopkartierung und Forsteinrichtung regelmäßig erhoben werden. Für den Staatswald Baden-Württembergs wird ein Lichtwaldkonzept verfasst, das die ökologisch wünschenswerte Weiterentwicklung der natürlichen und anthropogenen Lichtwälder beschreibt. Das Konzept wird in enger Abstimmung mit dem Konzept zu den Waldzielarten erstellt. Wichtige Aspekte sind dabei: a) Die Erhebung und Auswahl geeigneter Standorte für natürlich lichte Wälder sowie für Weide- und Hutewaldflächen (Kriterien: Strukturen, Artvorkommen, Größe, Biotopverbund, technische Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewirtschaftung). B) Die beispielhafte Umsetzung von Pflege-und Entwicklungsmaßnahmen auf konkreten Einzelflächen, unter Einbeziehung historischer Waldnebennutzungen (z. B. Waldweide), mit begleitendem Monitoring. C) Die Erstellung einer bedarfsgerechten Konzeption für Baden-Württemberg zur Umsetzung von Bewirtschaftungsmaßnahmen in Form von Freistellungsmaßnahmen, Weide- und Hutewaldprojekten. D) Schulungen für Praktiker. 2014 2025 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Projektbearbeitung)

Moorwälder und Waldmoore - Sicherung und Wiederherstellung

1350 Wälder nasser Standorte sind nach Ziel 5 der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz zu sichern bzw. wiederherzustellen. In diesem Projekt liegt der Fokus auf Verfahrensentwicklungen, sowie der Begleitung von Renaturierung in Waldmooren (durch Wald geprägte oder offene Moorbereiche in Gemengelage mit Moorwäldern), die meist durch Entwässerung und Torfabbau in ihrer natürlichen Dynamik gestört sind. In drei beispielhaften Pilotprojekten in Oberschwaben, die gleichzeitig als Pilotprojekte der Moorschutzkonzeption Baden-Württemberg gelten, übt die FVA die Projektleitung für die Vorbereitung ihrer Wiedervernässung aus und begleitet deren Durchführung: zunächst wird ihr aktueller Zustand und die Renaturierungsfähigkeit untersucht, geeignete Verfahren auf dem Stand des Wissens und der Technik zur dauerhaften Sicherung ausgewählt und umgesetzt, sowie anschliessend evaluiert. Neben technischen Aspekten werden dabei auch Fördermöglichkeiten geprüft, um die Übernahme der Verfahren durch den kommunalen und privaten Waldbesitz zu erleichtern. 2014 2025 Waldnaturschutz und Biodiversität Boden und Umwelt Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Projektleitung: 1. Auswertung der Ergebnisse der Standorts- und Waldbiotop-Kartierung und Suche geeigneter Flächen für Demonstrationsprojekte 2. Planung, Beauftragung und Begleitung der Baumaßnahmen in Zusammenarbeit mit einem Ingenieursbüro und den unteren Forstbehörden 3. Erstellung von Leitlinien für die Renaturierung von Waldmooren) Boden und Umwelt (Monitoring Wasserstände über Pegelmessnetz.)

Waldzielartenkonzept Pflanzen und Vegetationsmonitoring in Waldschutzgebieten

1324 Der angewandte Naturschutz arbeitet auf drei Ebenen: Arten, Biotope und Prozesse. Für den Biotop- und Prozessschutz bestehen im Bereich des Staatswaldes bereits etablierte und angewandte Naturschutzinstrumente. Der Artenschutz basiert auf dem Interesse und dem Wissen der örtlichen Forstpraktiker. Eine Ausnahme bilden die wenigen Arten, die durch die FFH-Richtlinie geschützt werden. Um die seltenen und bedrohten Arten zu schützen, die durch die Waldbewirtschaftung beeinflusst werden, wurde eine handhabbare Zahl an Waldzielarten für den Staatswald in Baden-Württemberg ausgewählt. Die ausgewählten Arten sind selbst stark gefährdet oder ihre Vorkommen sind repräsentativ für intakte stark bedrohte Biotope oder Waldstrukturen. Insgesamt wurden 13 Moose, 14 Gefäßpflanzen, 21 Flechten und 14 Pilze auf Grundlage einer expertenbasierten Indikatorartenanalyse ausgewählt. Die wichtigsten Informationen zu Erkennungsmerkmalen, Ökologie, Verbreitung und den erforderlichen Schutzmaßnahmen der Waldzielarten sind in Artsteckbriefen zusammen gefasst. Diese finden sich im Waldnaturschutz-Informationssystem (https://wnsinfo.fva-bw.de/). Maßnahmen zur Stützung der besonders bedrohten Populationen sollen beispielhaft vollzogen werden. Ein Monitoring der Waldzielarten dient der Evaluierung der Schutzmaßnahmen und des Erhaltungszustandes der Arten. Ein weiterer Baustein der Projektstelle Waldzielarten Pflanzen ist der Aufbau eines Vegetationsmonitorings in den Waldschutzgebieten nach dem Landeswaldgesetz. Die Methodik wird u.a. im Forschungsprojekt „Biodiversität entlang eines Bewirtschaftungsgradienten“ im Schwarzwald umgesetzt, evaluiert und weiterentwickelt. 2014 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Auswahl der Waldzielarten, Entwicklung von Handlungsempfehlungen und Arterfassung, Entwicklung Vegetationsmonitoring)

Ausgabe von Standortsatlanten und standortskundlichen Informationen

811 Die neue Standortskarte stellt alle digital erfassten Kartierungen waldbesitzübergreifend dar. Ausgegeben wird ein Standortsatlas in DIN A4-Format, bestehend aus einem Kartenwerk im Maßstab 1:10.000, einer Blattschnittübersicht, einer Kurzlegende und - soweit schon bearbeitet - mit Baumarteneignungstabellen. Jeder Kreis und jedes Revier erhält einen Kartensatz. Nach der Verwaltungsreform werden nur noch Atlanten auf Kreisebene produziert. Dies erfordert eine Migration bisher bereits ausgebener Atlanten auf Forstbezirksebene in die neue Datenstruktur der Kreise. Die Standortsatlanten enthalten auch ein Beiheft mit tiefergehenden Informationen zu jeder Standortseinheit. Da der Standortsatlas nur in kartiertechnisch abgeschlossenen Kreisen herausgegeben wird, wird gleichzeitig nach Wegen gesucht die anderen Betriebsteile ebenfalls mit adäquaten Informationen zu versorgen. Dazu trägt unter anderem das Standortseinheiten-Datenblatt bei, das digital erhältlich ist. 2006 Klimafolgenforschung Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz (Leitung, Fachspezifikation)

Standortsgliederung und Baumarteneignung in den Rheinauewäldern

235 1999 Nachhaltigkeit und Multifunktionalität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz

Fachtechnische Leitung der Durchführung der Standortskartierung in Baden-Württemberg

329 Fachliche Leitung und Betreuung der Standortskartierung in Baden-Württemberg. Kartierungen werden in allen Waldbesitzarten durchgeführt. Es finden Neukartierungen - vor allem im Kleinprivatwald - als auch Wiederholungskartierungen statt. Die Daten werden qualitätsgesichert durch die Geoinformationssysteme des Landes zur Verfügung gestellt und sind auf diese Weise für den Fachanwender als auch für die Öffentlichkeit nutzbar. Nachhaltigkeit und Multifunktionalität Waldpflanzenökologie Waldnaturschutz

Standortskunde und -kartierung: Standortsgliederungen, Standortswald

24 Arbeitsschwerpunkte der Standortskartierung sind im Öffentlichen Wald die Zweitkartierung von Wäldern, die erstmalig zwischen 1950 und ca. 1975 bearbeitet wurden. Die damals erstellten Standortsgliederungen können die heutigen Anforderungen der Hauptanwendungen, dies sind Waldbau, Forsteinrichtung und Waldnaturschutzplanung, nicht mehr befriedigend bedienen. Vor allem im Kleinprivatwald werden noch erhebliche Flächen erstmalig standortskundlich beschrieben. Die vegetationskundliche Erhebungen zur Charakterisierung wichtiger Standortseinheiten werden im Rahmen der laufenden Kartierungen fortgeführt. Darauf aufbauend sind die lokalen natürlichen Waldgesellschaften, die Standortswälder und damit die Naturnähe zu definieren und standortsbezogen herzuleiten. Eine wesentliche Aufgabe ist die Herleitung und Pflege der Tabellen der Baumarteneignung für die kartierten Standortseinheiten. Sie sind auch die Grundlage für dynamisierte Fortschreibungen bei der Betrachtung der prognostizierten Änderung der Baumarteneignung unter definierten Klimaszenarien. Eine Daueraufgabe stellt auch die Fortschreibung der Standortsgliederungen in den Regionallegenden für die Wuchsbezirke und Teilbezirke dar. Nachhaltigkeit und Multifunktionalität Alle Waldpflanzenökologie Alle Waldnaturschutz

Die Waldbiotopkartierung (WBK) in Baden-Württemberg erfasst als selektive Biotopkartierung die nach Naturschutzrecht und Waldrecht geschützten Biotope im Wald sowie besondere Waldstrukturen oder Vorkommen geschützter Arten und schlägt Maßnahmen zu deren Bewirtschaftung, Pflege und Entwicklung vor. Die WBK wird seit 1989 im Wald sämtlicher Besitzarten nach landesweit einheitlicher Methodik durchgeführt. Erfassungskriterien sind Seltenheit, Gefährdung und Naturnähe. Erfassungseinheit ist das definierte Einzelbiotop. Seit 2007 erfolgt zudem die Ermittlung und Bewertung von im Wald liegenden Lebensraumtypen nach der FFH-Richtlinie für die FFH-Managementplanung und -Berichtspflicht.

Berücksichtigung bzw. Umsetzung der Waldbiotopkartierung in der forstlichen Praxis erfolgt in erster Linie durch ihre Integration in die Forstliche Betriebsplanung.

Durch turnusmäßige Fortschreibung und fallweise Aktualisierung des Biotopbestandes sowie durch zusätzliche Spezialbearbeitungen wird die Verfügbarkeit neuester, den Planungserfordernissen angepasster Daten sichergestellt. Diese Daten sind daher eine wichtige Grundlage für weitere forst- und naturschutzfachliche Projekte.

Weitereführende Informationen

Projekte im Arbeitsbereich

Aktuell kein Projekt vorhanden.

Waldschutzgebiete (§32 LWaldG) sind komplementäre Instrumente zur Förderung der Biodiversität im Wald: Während Bannwälder der natürlichen Waldentwicklung überlassen werden, bieten Schonwälder die Möglichkeit, Ziele des Biotop- und Artenschutzes durch Pflege und Entwicklungsmaßnahmen umzusetzen. Wir betreuen Monitoring und Forschung in Waldschutzgebieten und begleiten deren Ausweisung und die Umsetzung der Schutzziele.

Unser Forschungsschwerpunkt liegt im Zusammenhang zwischen Waldstrukturen und Biodiversität. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich unterschiedliche Waldbewirtschaftungsformen und -intensitäten auf strukturabhängige Wald(ziel)arten auswirken, und wie letztere möglichst effektiv gefördert werden können.

Mit terrestrischen Inventurmethoden, ergänzt durch Fernerkundung und räumliche Modellierung werden waldstrukturelle Zielwerte und prioritäre Flächen für die Biodiversitätsförderung abgeleitet. Die Ergebnisse fließen in Naturschutzkonzepte ein und werden über ein Waldnaturschutz-Informationssystem den Waldbewirtschaftenden zur Verfügung gestellt.

Projekte im Arbeitsbereich

Waldbiodiversität entlang eines Bewirtschaftungsgradienten

1418 Die naturnahe Waldwirtschaft fördert zwar vertikal strukturierte Waldbestände, offene Störungsflächen und Strukturen der Alters- und Zerfallsphasen sind jedoch rar. Waldarten, die an solche defizitären Strukturen gebunden sind, sind daher häufig gefährdet. Zur Struktur- und Biodiversitätsförderung im Wald kommen daher unterschiedliche Naturschutzinstrumente zum Einsatz, die gleichzeitig einen Gradienten der forstlichen Nutzungsintensität repräsentieren: von Nicht-Nutzung in großen Naturwaldreservaten bis hin zur Strukturförderung durch intensive forstliche Eingriffe. Doch welche Artengruppen profitieren wovon? Wie lange dauert es, bis sich die gewünschten Lebensraumstrukturen einstellen? Und kann durch einen kombinierten Einsatz verschiedener, komplementärer Instrumente die Waldbiodiversität auf Landschaftsebene erhöht werden? Um diese Fragen zu beantworten werden im montanen und hochmontanen Bergmischwald drei Flächentypen miteinander verglichen: je eine Prozessschutzfläche, eine naturnah bewirtschaftete Fläche und eine Fläche, auf der im Jahr 2018 eine starke Auflichtungsmaßnahme (mindestens 0.5 ha) erfolgte. Auf 15 dieser ‚Flächen-Triplets‘ werden Waldstruktur, Bodenvegetation sowie mehrere faunistische Artengruppen über mehrere Jahr hinweg untersucht. Das Projekt liefert Grundlagen für den effizienten Einsatz der Waldnaturschutzinstrumente sowie strukturelle Zielwerte für die Arten- und Biodiversitätsförderung. 2018 2027 FVA-Wildtierinstitut Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Arbeitsbereich Waldschutzgebiete: Projektleitung: Konzeption, Durchführung und Auswertung, Arbeitsbereich Waldpflanzenökologie: Vegetationsaufnahmen) FVA-Wildtierinstitut (Modul Auerhuhn) Biometrie und Informatik (Unterstützung bei den Fernerkundungsmodulen)

Bedeutung temporärer Stilllegungsflächen für die Biodiversität

1590 Ein wesentliches Element des Waldnaturschutzes sind nutzungsfreie Waldflächen. Dies wird im baden-württembergischen Staatswald durch segregative (Bannwälder, Großschutzgebiete) ebenso wie durch integrative (Alt- und Totholzkonzept) Maßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus gibt es nicht explizit ausgewiesene, jedoch effektiv ungenutzte Flächen im Wirtschaftswald. Ziel dieses Projektes ist es, die Auswirkung des Stilllegungszeitraums auf Struktur- und Artendiversität in nutzungsfreien Wäldern zu untersuchen. Dabei werden unterschiedliche Flächengrößen und der Landschafts- und Nutzungskontext berücksichtigt. Schlussendlich soll die naturschutzfachliche Wertigkeit von temporär stillgelegten Waldflächen quantifiziert werden. Daraus sollen nach Möglichkeit Zielwerte für Stilllegunszeiträume von nutzungsfreien Wäldern abgeleitet werden, welche im Rahmen von Vertragsnaturschutzprogrammen gefördert werden könnten. 2018 2022 Biodiversität und Genetik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung und Bearbeitung)

Waldnaturschutz-Informationssystem für alle Waldbesitzarten

1591 Das Waldnaturschutz-Informationssystem soll alle relevanten Daten und Informationen zu den verschiedenen Themen und Instrumenten des Waldnaturschutzes für die Waldbewirtschaftenden aller Waldbesitzarten einfach zugänglich und räumlich explizit abrufbar machen. Diese Informationen werden mit Vorgaben, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen kombiniert und mit den bewirtschafteten Waldflächen verschnitten. Dadurch lassen sich individuelle, auf die jeweilige Waldfläche zugeschnittene, relevante und praxistaugliche Informationen zusammenstellen, die für unterschiedliche Informationskanäle aufbereitet und verbreitet werden können (z.B. über bestehende forstliche Informationssysteme, webbasierte Schnittstellen, Mobilgeräte sowie analoge Informationsblätter und Karten). 2018 2022 Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung und Durchführung) Biometrie und Informatik (Technischer Support und Beratung)

Waldarten-Informationssystem

1319 Die Einrichtung des Waldarten-Informationssystems ist Teil der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz von ForstBW. Mit dem System können Daten und Informationen zu naturschutzrelevanten Waldarten und damit verbundene Vorgaben, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die Waldbewirtschaftung einfach zugänglich und räumlich explizit abrufbar gemacht werden. Es bindet bestehende Daten ein und ermöglicht einen Datenaustausch mit externen Datenbanken. Es stellt Schnittstellen und Werkzeuge für die Eingabe und Verwaltung von Daten aus verschiedenen Quellen bereit. Das System integriert sich in die bestehende forstliche Dateninfrastruktur und stellt zusätzlich eine webbasierte Schnittstelle im Internet bereit, um einen Zugang für Zielgruppen außerhalb der Forstverwaltung zu ermöglichen. 2016 2026 Waldnaturschutz und Biodiversität Biometrie und Informatik Direktion inkl. Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Projektleitung, naturschutzfachlicher Aufbau des Informations-Systems) Biometrie und Informatik (Datentechnische Unterstützung, GIS-Anwendungen, Internettechnik) Direktion inkl. Stabsstelle Gesellschaftlicher Wandel (Bereitstellung über Web 2.0-Anwendungen/ waldwissen.net)

Weiterentwicklung der Waldschutzgebietskonzeption

1180 Die Ausweisung, wissenschaftliche Betreuung und das Monitoring von Waldschutzgebieten in Baden-Württemberg stehen durch die nationale Biodiversitätsstratege wieder verstärkt im Fokus von Forschung und Gesellschaft. Deshalb wird die seit 1993 bestehende Waldschutzgebietskonzeption überarbeitet und im Hinblick auf aktuelle Naturschutzziele weiterentwickelt, die in der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz von ForstBW (GK WNS) für den Staatswald konkretisiert sind. Hierzu zählen zum Einen die systematische Herleitung prioritärer Waldflächen für die Ausweisung neuer Waldschutzgebiete mit natürlicher Waldentwicklung auf Grundlage eines erweiterten Kriterienkatalogs (GK WNS Ziel 8), zum Anderen die aktive Förderung der Waldbiodiversität in Schonwäldern. Um Pflegemaßnahmen zur Erreichung der Schutzziele in den Schonwäldern systematisch aktivieren und evaluieren zu können, werden die bestehende Schonwälder in Schutzkategorien unterteilt, die es zusätzlich ermöglichen, geographische „hot spots“ für spezifische Fördermaßnahmen zu identifizieren. Der Fokus liegt derzeit auf der Förderung von Lichtwaldstrukturen und Lichtwaldarten( GK WNS Ziele 3,4,6), die von Waldweideprojekten bis zu großflächigen motormanuellen Auflichtungen reichen kann. Im Projekt werden die Pflegemaßnahmen zur Biodiversitätsförderung in den Schonwäldern getestet und deren Wirksamkeit und Kosteneffizienz evaluiert und ggf. angepasst. 2013 2030 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (1. Analyse und Bilanzierung des artenschutzfachlichen Potentials der bestehenden Waldschutzgebiete 2. Weiterentwicklung des WSG-Konzeptes zu einem Naturschutzinstrument) Felicitas Werwie

Fernerkundungsbasierte Ableitung biodiversitätsrelevanter Waldstrukturparameter

1339 Ziel des Projektes ist Entwicklung und Evaluierung von Methoden zur Erfassung, Quantifizierung und zum Monitoring ausgewählter biodiversitätsrelevanter Waldstrukturparameter aus Luftbild , LiDAR- und hochauflösenden Satellitendaten sowie die Analyse der Entwicklung ausgewählter Waldstrukturen anhand von aktuellen und historischen Zeitreihen. Die Ergebnisse liefern eine Grundlage für Art-Lebensraumanalysen und die Planung und Evaluierung von Artenförderungskonzepten. 2013 Waldnaturschutz und Biodiversität Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Inhaltliche Verantwortung) Biometrie und Informatik (Technische/Methodische Verantwortung)

Waldzielartenkonzept und faunistisches Monitoring

1322 Zur Umsetzung der waldbezogenen Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie in Baden-Württemberg wurde ein Waldzielartenkonzept entwickelt, das über ausgewählte Zielarten ein effektives, an den Bedürfnissen gefährdeter Arten orientiertes Management von Waldlebensräumen ermöglichen soll. Die 122 Waldzielarten wurden aus verschiedenen Artengruppen (Moose, Gefäßpflanzen, Flechten, Großpilze, Xylobionte Käfer, Schmetterlinge, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere) systematisch ausgewählt. Sie repräsentieren mit ihren Ansprüchen wesentliche in Baden-Württemberg vorkommende Waldgesellschaften und Waldstrukturen auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen. Das Waldzielartenkonzept beinhaltet zwei Schwerpunkte. Zum Einen werden Informationen zu Ansprüchen, Verbreitung und Maßnahmen zur Förderung ausgewählter, naturschutzrelevanter Waldarten erarbeitet und den Waldbewirtschaftenden über das Waldnaturschutz-Informationssystem (www.wnsinfo.de) zur Verfügung gestellt. Zum Anderen wird ein Monitoring konzipiert, um die langfristige Entwicklung von Waldzielarten(-gruppen) unter unterschiedlichen Bewirtschaftungsbedingungen zu beobachten. 2013 Waldnaturschutz und Biodiversität Waldschutzgebiete Waldnaturschutz (Beratung im Hinblick auf Erhebung von Insektengruppen)

Kooperation mit der Luxemburger Naturverwaltung zum Thema "Waldnaturschutz"

705 Seit 2004 besteht eine Kooperation zwischen der FVA und der Naturverwaltung Luxemburg (ANF) zum Thema Waldnaturschutz. Dabei stehen die Themen Naturwaldforschung/Bannwaldforschung, die Waldbiotopkartierung und Natura 2000 im Mittelpunkt. Hauptaufgabe der FVA ist die Entwicklung von Monitoring-Instrumenten zur Erfassung der Biologischen Vielfalt von Wäldern. Das schließt die laufende Anpassung von Konzepten an geänderte Fragestellungen und technische Gegebenheiten ein wie auch die Aktualisierung von Spezial-Software und die Datenhaltung. Die Auswertung von Monitoring-Daten, ihre Interpretation und Publikation sowie die fachliche Beratung der ANF zu aktuellen Themen der Biodiversität von Wäldern bilden weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit. 2004 Nachhaltigkeit und Multifunktionalität noch nicht festgelegt Waldschutzgebiete noch nicht festgelegt Waldnaturschutz

Wissenschaftliche Bearbeitung von Waldschutzgebieten

43 Zu den Waldschutzgebieten nach §32 Landeswaldesetz zählen in Baden-Württemberg Bann- und Schonwälder. Während Bannwälder der natürlichen Entwicklung überlassen werden, ist die waldbauliche Behandlung in Schonwäldern auf ein spezielles Naturschutzziel ausgerichtet. Bannwälder stellen wertvolle Referenzflächen für die Erforschung von natürlichen Prozessen auf die Waldentwicklung und Waldbiodiversität da. Grundlage hierfür ist ein langfristiges Waldstrukturmonitoring auf systematisch angelegten, dauerhaft vermarkten Stichprobenpunkten, das durch fernerkundungsbasierte Strukturerhebungen ergänzt wird. In ausgewählten Bannwäldern werden floristische und faunistische Daten erhoben. Die Daten liefern Informationen über die strukturelle Entwicklung unbewirtschafteter Wälder und deren Lebensraumeignung für Tier- und Pflanzenarten. In Schonwäldern findet im Gegensatz zu Bannwäldern gezielter Naturschutz statt. Einige Tier- und Pflanzenarten sind auf besondere Strukturen angewiesen, die durch Pflegemaßnahmen oder bestimmte (z.B. historische) Waldnutzungsformen gefördert werden können. Schonwälder werden deswegen so bewirtschaftet, dass gewünschte strukturelle Bedingungen und damit verbundene seltene Arten erhalten oder gefördert werden. Schwerpunkt der Forschung in Schonwäldern ist die Quantifizierung des Einflusses und der Effektivität biodiversitätsfördernder Maßnahmen zur Erreichung des Schutzziels 1970 Nachhaltigkeit und Multifunktionalität Waldwachstum Biometrie und Informatik Waldschutzgebiete Waldwachstum (Terrestrische Waldstrukturaufnahme in Bannwäldern) Waldnaturschutz (Monitoring und Forschung) Biometrie und Informatik (Zusammenarbeit bei der Fernerkundung) Alexandra Kage

EU-weit sollen repräsentativ ausgewählte Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen – auch im Wald – als europäisches Naturerbe bewahrt werden. Das sich daraus ergebende Natura 2000-Erhaltungsmanagement im Rahmen der Waldbewirtschaftung ist Thema des Arbeitsbereiches Natura 2000. Hierzu sind Waldarten-Kartierungen, ein Natura 2000-Umsetzungskonzept für den Wald, Arbeiten im Zusammenhang mit dem „Nationalen Bericht“ wie auch die Abstimmung zwischen Forst und Naturschutz bezüglich Natura 2000-Fragen im Wald zu zählen.

Des Weiteren erarbeitet und betreut der Arbeitsbereich für das Land vorsorgende Konzepte wie das Alt- und Totholzkonzept oder Maßnahmen für Gelbbauchunken. 

Alle Tätigkeiten geschehen in intensiver Abstimmung mit Forst- und Naturschutzverwaltung und den Forstbetrieben.

Weiterführende Informationen

Projekte im Arbeitsbereich

Forstliches Gebietsmanagement in Natura 2000-Gebieten

1598 Natura 2000-Gebiete sind rein naturschutzfachlich abgegrenzt, sie orientieren sich nicht an Besitz- und Verwaltungsgrenzen. Die erfolgreiche Umsetzung von Natura 2000 im Wald (und im Offenland) ist deshalb eng an ein auf die gesamte Kulisse des jeweiligen Natura 2000-Gebietes abgestimmtes besitzartenübergreifendes Erhaltungsmanagement geknüpft. Ein solches, den gesamten Wald in einem Natura 2000-Gebiet umfassendes Erhaltungsmanagement fehlt bisher. Ziel ist der Aufbau und die praktische Einführung eines einheitlichen Natura-Erhaltungsmanagements im Wald auf Ebene der Natura 2000-Gebiete. Dazu wird ein landesweit einheitliches, zwischen Forst und Naturschutz abgestimmtes Steuerungskonzept von der FVA entwickelt und über Schulungen implementiert. 2018 2023 Biodiversität und Genetik NATURA 2000 Waldnaturschutz Axel Buschmann

Wiederherstellung des FFH-Lebensraumtyps 91U0 in BW

1537 Im "Nationalen Bericht 2013" wurde der LRT 91U0 als einziger Wald-LRT in BW als "ungünstig-schlecht" ("rot" gemäß Ampelschema) eingestuft. Im Rahmen des Projektes erfolgt eine Vollerhebung gemäß FFH-Monitoring des LRT in BW. Auf Basis der biotopscharfen Maßnahmenplanung erfolgt über die betroffenen unteren Forstbehörden eine Maßnahmenumsetzung. Ziel ist die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes. 2018 2019 Waldnaturschutz und Biodiversität NATURA 2000 Waldnaturschutz (Federführung Ab Natura 2000, Fachliche Unterstützung durch AB Waldbiotopkartierung)

Vorsorgendes Konzept für die Gelbbauchunke

1623 Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist eine streng geschützte Art des Anhangs IV der FFH-Richtlinie, deren lokale Populationen durch die Waldbewirtschaftung nicht verschlechtert werden dürfen (§ 44 Abs. 4 Satz 2 BNatSchG). Nachdem die Primärlebensräume der Gelbbauchunke – Kleingewässer und Kleinstgewässer in natürlichen Überschwemmungsgebieten – fast verschwunden sind, laicht sie beispielsweise in den besonnten wassergefüllten Fahrspuren und Pfützen im Wald. Um den dauerhaften und flächendeckenden Erhalt der Gelbbauchunke zu gewährleisten, ist ein vorsorgendes Konzept i. S. d. § 44 (4) BNatschG im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung am besten geeignet. Wesentlicher Inhalt des Konzeptes ist die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl an geeigneten potenziellen Laichgewässern im Wald. Das vorsorgende Konzept soll 2021 im Staatswald verpflichtend umgesetzt werden. Für andere Waldbesitzarten stellt das Konzept eine Hilfestellung im rechtlichen und praktischen Umgang mit der Gelbbauchunke dar. 2018 Biodiversität und Genetik Waldnutzung NATURA 2000 Waldnaturschutz (Erstellung des vorsorgenden Konzeptes sowie fachliche Betreuung der Umsetzung) Waldnutzung (Aspekte Walderschliessung und Holzerntetechnik) Jakob Viße

Weiterentwicklung des Alt- und Totholzkonzepts Baden-Württemberg

1480 Das Alt- und Totholzkonzept (AuT-Konzept) wird seit Februar 2010 im Staatswald verbindlich und im Körperschaftswald auf freiwilliger Basis umgesetzt. Die Entwicklung des AuT-Konzepts begann im Jahr 2007 und wurde federführend von der FVA in Zusammenarbeit mit der LUBW durchgeführt. Auch die Umsetzungsphase wird wissenschaftlich von der FVA begleitet. Hierzu zählen unter anderem eine intensive Beratungstätigkeit (Beantwortung von Anfragen aus der Praxis) und Öffentlichkeitsarbeit bezüglich des AuT-Konzepts. 2016 Biodiversität und Genetik Waldnutzung NATURA 2000 Waldnaturschutz (Ausführung, Koordination) Waldnutzung (Arbeitssicherheit) Jakob Viße

Evaluation Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg

1420 Ein zentrales Ziel des AuT-Konzepts ist es, durch die Erhöhung der Strukturvielfalt und des Totholzvorkommens in Wirtschaftswäldern, mehr Lebensraum für eine Vielzahl an Arten zu schaffen. Hierbei handelt es sich um ein in die Waldbewirtschaftung integriertes Konzept. Daher müssen bei der Umsetzung des Konzepts neben den ökologischen Anforderungen der zu schützenden Arten, ebenso die Anforderungen der Waldbewirtschaftenden (z.B. Arbeitssicherheit und Verkehrssicherheit) als auch die ökonomischen Ansprüche berücksichtigt werden. Ziel der Evaluation ist es, in diesem komplexen Gefüge, die Qualität des AuT-Konzepts als Artenschutzinstrument zu prüfen und unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren gegebenenfalls anzupassen. Mit Erkenntnissen aus der Evaluation wird angestrebt ein Monitoring System aufzubauen, in dessen Rahmen in regelmäßigen Abständen Daten zur Entwicklung der AuT-Schutzelemente erhoben werden sollen. Die Evaluation lässt sich in zwei Hauptfragen gliedern: 1. Sichert und/oder steigert das AuT-Konzept unter Berücksichtigung der Anforderungen der Waldbewirtschaftung die Biodiversität im Wald? a. Liefert das AuT-Konzept objektive Grundlagen für die Bewertung von Naturschutzleistungen (z.B. die Erhöhung der Strukturvielfalt)? b. Setzt das AuT-Konzept geltendes Recht praxisnah um? c. Können durch das AuT-Konzept (monetäre) Naturschutzleistungen in die Betriebsbilanz einfließen? 2. Erfüllen die AuT-Schutzelemente in ihrer Anzahl und Verteilung eine Trittsteinfunktion? Tragen sie aus Perspektive der zu schützenden Arten zur regionalen und überregionalen Vernetzung der Landschaft bei? Diese Fragen sollen im Rahmen dieses Projekts anhand von Pilotstudien in den Habitatbaumgruppen und Waldrefugien, sowie mittels GIS-basierter Konnektivitäts-Analysen beantwortet werden. Neben fallweiser Artkartierung werden vor allem Indikatoren herangezogen. Dies können zum Beispiel die verschiedenen Zersetzungsgrade von Totholz sein, welche Rückschlüsse auf das Vorhandensein bestimmter Artgruppen zulassen oder auch das Vorkommen von Baum-Mikrohabitaten. In diesem Zusammenhang untersucht ein Partnerprojekt die zeitliche Entstehung und Dynamik von Baum-Mikrohabitaten. Baum-Mikrohabitate tragen zur Struktur- und Artenvielfalt in Wäldern bei und nehmen für einige Artengruppen eine Indikatorfunktion ein. Ziel dieser Arbeit ist es unter anderem die naturschutzfachliche Wertigkeit von Waldflächen besser einschätzen zu können und relevante Ergebnisse auch in die Evaluation des AuT-Konzepts einfließen zu lassen. 2015 2022 Biodiversität und Genetik Waldschutz NATURA 2000 Waldnaturschutz (Projektleitung; Abstimmung mit verwandten/inhaltlich betroffenen weiteren Projekten der Abteilung (Waldschutzgebiete, Arteninfosystem, Artenmanagement, Generalwildwegeplan etc.)) Waldschutz (Abstimmung in Fragen des Waldschutzes (insbesondere für HBG in fichtendominierten Bereichen)) Vanessa Tschöpe

Natura 2000 - Umsetzung im Wald

400 Für die Umsetzung der europäischen Naturschutz-Richtlinien im Wald - im Wesentlichen handelt es sich um das Erhaltungsmanagement in den Natura 2000-Gebieten, die Berichtspflicht sowie den strengen Artenschutz nach §44 BNatschG - ist die Forstverwaltung zuständig. Insbesondere die Erstellung von Umsetzungskonzepten und Anleitungen für die Forstpraxis, aber auch die Mitarbeit bei der Erstellung der Natura 2000-Managementpläne und die Klärung grundsätzlicher Fragen sind Aufgaben, die die FVA - Abt. Waldnaturschutz in ihrer Stabsstellenfunktion für das MLR durchführt. Wir arbeiten eng mit den Forstverwaltungen anderer Länder und mit der Naturschutzverwaltung zusammen. Ziel ist es, zu Lösungen zu gelangen, die eine Integration der naturschutzfachlichen Belange in die forstbetrieblichen Planungs- und Steuerungsinstrumente ermöglicht. Wir kartieren Waldarten für die Natura 2000-Managementpläne und Waldlebensräume für die FFH-Berichtspflicht und erarbeiten operationale Konzepte für den Erhalt von Natura 2000-Arten und die FFH-Waldlebensräume. Des Weiteren sind wir in den entsprechenden Gremien aktiv, mit dem Ziel zu operationalen und mit forstbetrieblichen Aspekten kompatiblen Lösungen zu gelangen. 2001 Biodiversität und Genetik FVA-Wildtierinstitut Biometrie und Informatik NATURA 2000 Waldnaturschutz (fachl. Leitung) FVA-Wildtierinstitut (Geodaten Auerhuhn) Biometrie und Informatik Jakob Viße Axel Buschmann Vanessa Tschöpe

Der Arbeitsbereich befasst sich mit der Analyse der genetischen Zusammensetzung von Waldökosystemen in Baden-Württemberg und deren Veränderung in Raum und Zeit unter dem Einfluss von Klimafaktoren, Standort und waldbaulichen Verfahren. Dazu werden molekulargenetische Marker - die DNA-Analyse - eingesetzt. Fallweise werden auch Isoenzyme untersucht, sofern diese mit geringerem Kostenaufwand zu gesicherten, aussagekräftigen Ergebnissen führen. Die Waldpflanzengenetik als Methode wird auf unterschiedliche Organismengruppen angewandt: Wildtiere, Schaderreger, seltene und bedrohte Arten und auch Objekte der Erhaltung forstlicher Genressourcen.

Projekte im Arbeitsbereich

Aktuell kein Projekt vorhanden.

Aktuelles aus der Abteilung

Forschung für geschützte Gebiete im Wald

Neue Waldschutzgebietskonzeption erschienen

Mit dem Klimawandel steigen auch die Anforderungen an den Waldnaturschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt – damit stehen Waldschutzgebiete in Baden-Württemberg verstärkt im Fokus. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) erarbeitet im Rahmen ihres Waldschutzgebietsprogramms die notwendigen Grundlagen für die Ausweisung und Betreuung dieser Gebiete.

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Waldschutzgebietsbeschilderung (Autorin: Zielewska-Büttner)

Von Schadflächen im Wald profitieren?

FVA-Notfallplan-Projekt erforscht die Auswirkung klimawandelbedingter Schadflächen auf die Biodiversität

Tagfalter, Totholzkäfer, Vögel und Fledermäuse – sie alle könnten sich auf den Versuchsflächen, die über den gesamten Schwarzwald verteilt sind, wohlfühlen. Hier sind in den Trockenjahren 2018 bis 2020 viele Bäume abgestorben. Dadurch kommt viel Licht auf den Waldboden und es gibt gleichzeitig große Mengen Totholz. Was für die Forstwirtschaft eine große Herausforderung darstellt – sollen die Flächen geräumt werden oder das Totholz im Wald stehen bleiben? – kann für viele Tierarten eine Chance sein. Ein Projekt an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) untersucht, welche Auswirkungen der neue Lebensraum auf seltene Arten hat.

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Rothalsbock: orangefarbener Käfer

Vielfalt im Wald

Sonderprogramm zur Stärkung der ­biologischen Vielfalt

Am 21. Mai 2021 hat ein Online-Symposium zu den Projekten der FVA innerhalb des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt stattgefunden. Mitschnitte und die Präsentationen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind jetzt online.

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Seltene Baumarten und ihre Genetik erhalten

Feldahorn, Eibe, Speierling, Elsbeere und Flatterulme – seltene aber wichtige Baumarten, die unter anderem für den Erhalt von Biodiversität von hoher Bedeutung sind. Das Projekt "Erhalt seltener Baumarten und deren Genetik" ist auf der Suche nach potenziellen Erntebeständen.

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Drei Bilder: Flatterulmen, Samenernte an einem Feldahorn mit Distelleiter, junge Flatterulmen

Wie bewältigen wir die Herausforderungen durch den Klimawandel? 18 Antworten aus der Wald­forschung

Wie sehen die Wälder der Zukunft aus? Wie verändern sich die Standorte, die Baumarten und die Herkünfte? Wie können wir mit Schäden umgehen, das Risikomanagement verbessern und die Biodiversität fördern? Wie die Gesellschaft mitnehmen und Bewusstsein für die Situation im Wald schaffen?
Und: Wie können wir die nötigen Maßnahmen umsetzen, um den aktuellen Herausforderungen im Wald zu begegnen?

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"Da kommt was auf uns zu" – Experten der FVA im Austausch mit der Politik

Am Südrand des Kaiserstuhls liegt das Versuchsgelände Liliental und beherbergt neben zahlreichen Versuchsflächen auch Samenplantagen und ein Arboretum: eine umfangreiche Sammlung einheimischer und fremdländischer Baum- und Straucharten. Experten der FVA haben Politikern einen Einblick in das Gelände sowie das Thema "Waldumbau mit alternativen Baumarten" gegeben.

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