Über uns

Beobachten. Forschen. Beraten.

"Wir erarbeiten, sichern und vermitteln Waldwissen für Sie."

Die FVA ist als Forschungseinrichtung des Landes für den Wald und die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg zuständig. Sie übernimmt Aufgaben, die für die gesamte Gesellschaft wichtig sind. Forschung, Monitoring, Fortbildung und die Beratung von Politik, Verwaltung und Betrieben machen den Kern unserer Arbeit aus.

Unsere Kernkompetenzen

Mit dem kontinuirlichen wissenschaftlichen Monitoring verfolgt die FVA das Ziel, langfristige Veränderungen im ökologischen, ökonomischen und sozialen Kontext von Wäldern zu erkennen. Diese wissenschaftliche Daueraufgabe wird durch Forschung in den Bereichen Messmethodik und Analysekompetenz gestützt.

In ihren Forschungs- und Entwicklungsansätzen für die Praxis hat die FVA die unterschiedlichen Waldfunktionen sowie die Interessen der verschiedenen Stakeholder im Wald sowie in der Forst- und Holzwirtschaft stets im Blick. Gute interdisziplinäre Zusammenarbeit, internationale Vernetzung und unparteiisches Herangehen an Forschungsfragen belegen ein national und international anerkanntes hohes wissenschaftliches Niveau und machen die FVA zu einem geschätzen Ansprech- und Forschungspartner.

Der Wissenstransfer ist die Übertragung der Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis. Ihm kommt die zentrale Bedeutung zu, um das vorhandene Wissen für Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nutzbar zu machen. In Abhängigkeit des Adressatenkreises und des zu vermittelnden Themas werden unterschiedliche Medien wie z.B. Printmedien, elektronische Medien oder Weiterbildungen durch Personal vor Ort eingesetzt.

Die FVA ist beispielsweise an der Informations- und Kommunikationsplattform waldwissen.net berteiligt. Sie stellt dort ihre Forschungsergebnisse verdichtet und aufbereitet zur Verfügung und bieten Kontakte zu Experten an.

In den nächsten fünf Jahren richtet sich unser Fokus auf folgende Themen:

Es handelt sich dabei um herausgehobene Forschungsthemen mit abteilungsübergreifender Bedeutung. Die Auswahl erfolgte unter Einbeziehung mehrerer Branchengespräche und in Abstimmung mit dem Kuratorium der FVA. Dabei wurde ein Abgleich durchgeführt zwischen

  • der besonderen Expertise, den Kompetenzen und den Alleinstellungsmerkmalen der FVA,
  • den drängendsten Themen und Problemstellungen aus Sicht der Stakeholder und der Politik,
  • den in der Wissenschaft erwarteten Entwicklungen und den sich daraus ergebenden Zukunftsthemen der nächsten Jahre,
  • und der Eignung der Themen, der Mission der FVA mit ihrer Bearbeitung in fünf Jahren näher zu kommen.

Die Forschungsschwerpunkte der FVA werden abteilungsübergreifend koordiniert und bearbeitet.

  1. Unsere Arbeit trägt zur nachhaltigen Sicherung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Werte der Wälder für uns und zukünftige Generationen bei.
  2. Wir stellen wissenschaftlich fundierte Informationen zum Wald, seinen Produkten und Leistungen zur Verfügung.
  3. Wir vermitteln Kenntnisse und Fertigkeiten – verständlich, anwendbar und mit Begeisterung.
  4. Bei betrieblichen und gesellschaftlichen Prozessen stehen wir unvoreingenommen, beratend und moderierend zur Seite.
  5. Anfragen bearbeiten wir freundlich, kompetent und zuverlässig.
  6. Durch den Dialog mit der Praxis lernen wir für unsere Arbeit dazu. Nah dran an den Erfahrungen der Waldbesitzer…
  7. Durch nationale und internationale Kooperationen und Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs bearbeiten wir heute, was morgen wichtig wird.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ist als Ressortforschungseinrichtung der obersten Forstbehörde zugeordnet.

Die Aufgaben der FVA sind hauptsächlich in §76 LWaldG (Landeswaldgesetz) für Baden-Württemberg definiert: "Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg ist eine nichtrechtsfähige öffentliche Anstalt, die dem Ministerium untersteht. Sie hat als Betriebsforschungsinstitut die Aufgabe, insbesondere der Forst- und Holzwirtschaft rationelle Möglichkeiten zur Erfüllung der vielfältigen Funktionen des Waldes aufzuzeigen und die ökologischen Beziehungen zwischen Wald und Umwelt zu untersuchen."

Im Einzelnen bedeutet dies insbesondere:

  1. Die dauerhafte Ausführung von Monitoringaufgaben um die Entwicklung des Waldes nach § 1 LWaldG zu gewärleisten.
  2. Die Durchführung von Kartierungen und Programmen nach § 7 Absatz 4 Nummer 1 bis 3 (Funktionen-, Biotop-, Standortskartierung).
  3. Die Forschung zu forst-und holzwirtschaftlichen Nutzung des Waldes, der gesellschaftlichen Ansprüche sowie der biologischen Vielfalt und der Umwelteinflüsse auf den Wald.
  4. Die Beratung und Unterstützung des Ministeriums (Stabsaufgaben).
  5. Wissenstransfer und Beratung der Waldbesitzenden, Behörden und Interessengruppen.
  6. Fachliche Fortbildungen.
  7. Austausch mit Behörden und Forschungseinrichtungen.

Weitere Aufgaben ergeben sich aus anderen gesetzlichen Regelungen. So weisen das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz sowie das Landesnaturschutzgesetz der FVA auch Aufgaben im Bereich Wildtiermonitoring und Wildtiermanagement sowie bei der Beratung der oberste Jagdbehörde zu.

Im Statut der FVA (pdf) werden die Aufgaben der FVA um organisatorische Inhalte ergänzt.

Wissenschaft lebt davon, dass sie weisungsfrei in Eigenverantwortung der Forschenden stattfindet. Ein wesentliches Merkmal wissenschaftlicher Arbeit ist die „radikale Freiheit, alles in Frage zu stellen, was behauptet wird“ und so grundsätzlich Neues zu finden sowie dieses in der ständigen Diskussion mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhärten. Diese idealen Randbedingungen zu beachten, erfordert ein hohes Maß an Verantwortung und Fähigkeit zur Selbstkritik von allen Beteiligten.

Dazu sind Randbedingungen notwendig:

  • Diese Freiheit muss ständig in Abgrenzung gegen die auch berechtigten administrativen, führungstechnischen Projekt-, Abteilungs- oder Verwaltungsbedürfnisse verteidigt und definiert werden.
  • Einwirkungen von außen, von Auftragsgebenden, müssen daraufhin überprüft werden, inwieweit sie die Ergebnisoffenheit der Forschungsarbeiten beschränken.
  • Die Rechte am geistigen Eigentum derjenigen, die methodische Neuentwicklungen geschaffen haben, sind in jedem Fall als absolut hochrangiges Gut zu wahren.

Besonderes Merkmal der Forschungsarbeit an der FVA ist die enge, fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen in Großprojekten. Hier ist neben der disziplinären Ausrichtung der vergleichsweise kleinen Teilarbeitsgruppen auch der effiziente Austausch von Informationen und Daten zwischen den Teilarbeitsgruppen und deren aktive Beteiligung an der gemeinsamen Entwicklung der spezifischen Methodik, insbesondere zu fachübergreifenden sowie synoptischen Auswertungsansätzen, und die Strategie der Projektbearbeitung zu organisieren. Hier ist die Bildung von Projektbeiräten mit klarem Mandat und Organisationsauftrag unabdingbar.

Herausforderungen für Ressortforschungseinrichtungen

Als Praxisforschungseinrichtung kommt der FVA eine spezifische Vermittlungsfunktion zwischen Universitäten, Forstbetrieben, Wirtschaftsunternehmen und Forstverwaltungen zu. In diesem Spannungsfeld können Ansprüche und Erwartungen entstehen, die zu wissenschaftlichem Fehlverhalten verleiten, wenn z.B. wissenschaftlich / methodische Sicherheit gegenüber dem Wunsch, die Erwartungshaltung der vorgesetzten Behörde zu erfüllen, ins Hintertreffen gerät.

Aufgrund der Stellung im Transferbereich zwischen Praxis und Forschung wird die FVA besonders häufig für gutachterliche Tätigkeiten in Anspruch genommen. Hier ist besonders sorgfältig auf Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit zu achten.

Durch den hohen Anteil an langfristigen Monitoringaufgaben an der FVA wird eine besondere Verpflichtung zur langfristigen Datenhaltung und Dokumentation begründet. Es ist daher essentiell nicht nur die Ergebnisse selbst, sondern auch die Metadaten (mit den Daten verknüpfte Methodenbeschreibungen und Berechnungsschritte) zu dokumentieren.

Einführung & Umsetzung

Die Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA sowie die Beispielskataloge möglicher Sanktionen bzw. Konsequenzen bei wissenschaftlichem Fehlverhalten als verbindliche Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit wurden im Dezember 2009 an der FVA eingeführt. Sie stellen eine Adaptation der Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum gleichen Thema dar, welche an die spezifischen Belange und Herausforderungen von Ressortforschungseinrichtungen angepasst wurden. Zur Beratung und Klärung von Problemfällen wurde Dr. Gerald Kändler als sogenannter Ombudsmann eingesetzt.

Originaldokumente zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der FVA

Mit der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg besteht eine enge und arbeitsteilige Zusammenarbeit im Rahmen des sogenannten "Freiburger Modells": Diese Zusammenarbeit zeichnet sich aus durch gemeinsame nationale und internationale Veranstaltungen, gemeinsame Forschungsprojekte, gemeinsame Publikationen wie die Schriftenreihe Freiburger Forstliche Forschung, einen engen persönlichen Austausch und den Austausch von Daten sowie gemeinsame Workshops. Die beiden Institutionen ergänzen sich, indem die Universität im Wesentlichen Grundlagenforschung und Lehre betreibt und die FVA die praxisorientierte Ressortforschung für den Landesbetrieb ForstBW wahrnimmt.

Viele Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit  forstlichen Versuchsanstalten sowie Universitätsinstituten in Deutschland oder dem benachbarten Ausland durchgeführt. Beschäftigte der FVA sind auch in zahlreichen nationalen und internationalen Beratungs- und Entscheidungsgremien vertreten.

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