Projekte
Christoph Mozer
aktuelle Projekte
Generalwildwegeplan (Daueraufgabe)

Wildtierkorridore des GWP in Baden-Württemberg (Grafik: FVA)
Der Generalwildwegeplan (GWP) ist eine eigenständige, ökologische, in erster Linie waldbezogene Fachplanung des Landes für einen landesweiten Biotopverbund und integrativer Bestandteil eines nationalen bzw. internationalen ökologischen Netzwerks von Wildtierkorridoren.
Der GWP zeigt die teilweise letzten verbliebenen Möglichkeiten eines großräumigen Verbundes waldgeprägter Lebensräume in der bereits weiträumig stark fragmentierten Kulturlandschaft Baden-Württembergs auf. Seit 2012 sind die Wildtierkorridore bei allen raumwirksamen Planungen in Baden-Württemberg zu berücksichtigen.
Überarbeitung der Wildschutzzaun-Richtlinien (2025-26)
Die Wildschutzzaun-Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums regeln die Errichtung von Wildschutzzäunen an Bundesfernstraßen (Bundesautobahnen und Bundesstraßen) zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Die Richtlinien stammen aus dem Jahr 1985 und wurde seitdem nicht grundlegend überarbeitet. Aufgrund neuer Anforderungen an den Artenschutz und veränderten Situationen bei Wildtiervorkommen als auch Verkehrsstärken im Bundesgebiet, überarbeitet das Bundesverkehrsministerium die Richtlinien und den Einsatz von Wildschutzzäunen. Das FVA-Wildtierinstitut wurde beauftragt, seine Fachexpertise in den Prozess einzubringen.
Die Beratung und Ausarbeitung einer Handreichung mit Informationen zu Wildschutzzäunen im Bundesgebiet ist abgeschlossen. Die Überarbeitung der Richtlinien liegt im Zuständigkeitsbereich des Bundesverkehrsministeriums und befindet sich in der Abstimmung.
Arbeitshilfen Generalwildwegeplan (2025-26)
Der Generalwildwegeplan (GWP) wurde im Projekt „Fortschreibung Generalwildwegeplan“ gemäß JWMG §46 (2) aktualisiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein an die infrastrukturelle und landschaftliche Entwicklung seit der ersten Erstellung des GWP aktualisiertes und erweitertes Fachkonzept. Im Rahmen des Projekts "Arbeitshilfen GWP" sollen Erläuterungen zu unterschiedlichen Themen und konkrete Arbeitshilfen von Maßnahmen zur Umsetzung und fachgerechten Berücksichtigung des GWPs zielgruppenorientiert und praxisrelevant abgestimmt erarbeitet werden, die online leicht abrufbar sind.
Wildunfallprävention in Modellregionen (2023-26)
©nmann77 – stock.adobe.comDie Ziele des Landes Baden-Württemberg sind sowohl die langfristige Verbesserung der Verkehrssicherheit durch eine nachhaltige Reduzierung der Verkehrsopfer und Verletzten – dies gilt allgemein und somit auch infolge von Wildunfällen – als auch die Reduktion von Wildtierverlusten durch Straßenverkehr und Tierleid. Hierzu soll gemäß aktuellem Koalitionsvertrag der Landesregierung Baden-Württemberg ein Fachkonzept erstellt werden.
In einem ersten Schritt wurde im Oktober 2020 der ministerielle Arbeitskreis „Verkehrssicherheit & Wildtiere“ initiiert, der sich aus Mitgliedern des VM (Ref. 22, 26 und 46), IM (Ref. 31), MLR (Ref. 54), des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg und des FVA-Wildtierinstituts zusammensetzt. Der Arbeitskreis hat die Aufgabe, neue Lösungsansätze und Strategien in der Wildunfallprävention sowie eine nachhaltige Dokumentation von Wildunfällen zu entwickeln, um langfristig die Verkehrssicherheit zu verbessern. Für das weitere Vorgehen wurden im Mai 2023 der Bodensee- und Enzkreis pilothaft als Modellregion etabliert, in welchen Maßnahmen umgesetzt werden, um grundsätzlich geeignete, lokal wirksame Maßnahmen der Wildunfallprävention zu testen und zu etablieren. In jedem Landkreis wurde eine regionale Arbeitsgruppe „Wildunfallprävention“ aus den relevanten Fachbereichen Jagd, Forst, die Straßenbau- als auch Straßenverkehrsbehörde sowie die Polizei, gebildet, um verlässliche Maßnahmen zur Wildunfallprävention auf Landkreisebene zu erzielen.
abgeschlossene Projekte
Monitoring Faunabrücken Horchet und Otmanshalde (B311) (2024)
Das Projekt befasste sich mit der Eignung und Funktion der beiden Faunabrücken Horchet und Otmannshalde in einem längeren Streckenabschnitt der B 311 östlich von Tuttlingen, die im Zuge ihres Ausbaus (Umgehung Neuhausen ob Eck) auch beidseitig gezäunt wurde. Damit stellt die Bundestraße eine Vollbarriere für mobile Säugetierarten dar und die Errichtung der beiden Faunabrücken diente der Minimierung des Eingriffs. Aufgrund der Nähe zum oberen Donautal mit Nachweisen wandernder Beutegreifer wie Luchs, Wolf und Wildkatze, hat der Verkehrsabschnitt eine hohe Bedeutung für den landesweiten Biotopverbund (Generalwildwegeplan) bzw. dem Metapopulationsverbund.
Fortschreibung und Aktualisierung des Generalwildwegeplans (2024)

Modellierte Siedlungsbänder und die Korridore des GWP (Karte: FVA BW/Wildhelm)
In § 46 des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes (JWMG) ist festgelegt, dass der Generalwildwegeplan alle 10 Jahre aktualisiert werden soll. Ziel des Projekts "Fortschreibung und Weiterentwicklung des Generalwildwegeplans" war keine Neuberechnung der bisherigen Korridore, sondern vielmehr eine Aktualisierung und Bewertung der aktuellen Verbundsituation sowie eine fachliche Vertiefung und Präzisierung um damit die Anwendung zu erleichtern.
Entwicklung eines digitalen Instrumentes zur Erstellung eines bundesweiten Wildunfallscreenings - WILUS (2024)
Das Ziel des Forschungsvorhabens war, die verfügbaren bundesweiten Informationen zu Wildunfällen in einem Geoinformationssystem zusammenzutragen und Zusammenhänge zwischen Wildunfällen und Charakteristika der Straßeninfrastruktur zu analysieren. Die Erkenntnisse tragen zu einem besseren Verständnis im Themenkomplex Wildunfall und zu einem gezielteren Einsatz von Präventionsmaßnahmen bei. Letztere wurden in einer Literaturrecherche zusammengetragen und für eine mögliche Integration in den Maßnahmenkatalog gegen Unfallhäufungen aufbereitet.
Monitoring von vier Querungshilfen (Grünbrücken, Faunabrücken und Tierdurchlässe) (2022)
Carolin WilhelmGrünbrücke bei Sasbach am Kaiserstuhl, L113n. (Bild: FVA BW/Wilhelm)
Querungshilfen (Grünbrücken, Faunabrücken, Faunaunterführungen) dienen, wenn sie funktional sind, der Vernetzung von Lebensräumen, indem sie wildlebenden Tier- und Pflanzenarten ein Überwinden von Verkehrsbarrieren ermöglichen. In diesem Vorhaben wurde ein repräsentatives Monitoring angewendet, um die Wirksamkeit von ausgewählten Querungshilfen hinsichtlich ihrer Funktion zu überprüfen und daraus ggf. Rückschlüsse für die Gestaltung oder andere erforderliche Maßnahmen auf oder im Umfeld abzuleiten.
- zum Endbericht "Monitoring der Grünbrücke Imberg (A 8) in Baden-Württemberg" (FVA & Autobahn GmbH, 2024)
- zum Endbericht "Monitoring von drei Querungshilfen in Baden-Württemberg" (FVA & VM, 2023)
Zusätzlich wurden kleinere Untersuchungen auf zwei weiteren Grünbrücken durchgeführt:
Wirksamkeit von Wildwarnanlagen (2022)

Elektronische Wildwarnanlage bei Aglasterhausen, B292, mit ausgelösten Sensoren, so dass die Signaltafeln leuchten. (Bild: FVA BW/Strein)
Elektronische Wildwarnanlagen sind technische Einrichtungen im Straßenraum, mit deren Hilfe Wildtiere den Straßenabschnitt queren können, jedoch gleichzeitig die Gefahr eines Wildunfalls, durch Warnung des Straßenverkehrs und einer Geschwindigkeitsreduktion, herabgesetzt wird. In diesem Projekt wurden die bestehenden Anlagen im Bundesgebiet hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als Wildunfallpräventionsmaßnahme und ihre Eignung im Straßenbetrieb untersucht.
Das Projekt wurde durch die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) finanziert. Der Abschlussbericht kann über den Schünemannverlag erworben werden.
- Projektbericht (BMDV - Heft 1145, 2025)
Ermittlung von Wildunfallstrecken in Baden-Württemberg (2022)
FVA BW/BriegerVerteilung von Wildunfällen in Baden-Württemberg. (Grafik: FVA BW/Brieger)
Das Wissen um die genaue Lage von Wildunfällen ist in der Wildunfallprävention unerlässlich, um langfristig die Verkehrssicherheit als auch den Schutz der Wildtiere nachhaltig zu verbessern. Mittels polizeilich dokumentierter Wildunfälle mit Geokoordinaten wurden erstmals Wildunfallstrecken für Baden-Württemberg lagegenau berechnet und nach verschiedenen Aspekten untersucht. Mit den Wildunfallstrecken stehen nun erstmals flächig verfügbare Informationen für Fachbehörden, wie Verkehrsbehörden und Straßenbetrieben zu Wildunfällen zur Verfügung, so dass Maßnahmen getroffen werden können, um die kontinuierlich steigenden Wildunfallzahlen zu senken.
Der Arbeitskreis „Verkehrssicherheit & Wildtiere“ setzt auf Ebene der Ministerien in Baden-Württemberg an und erarbeitet rund um das Thema Wildunfälle auf politischer Ebene Lösungsansätze und Strategien, mit denen Wildunfälle langfristig reduziert werden.
- Projektbericht (PDF, 5,3 MB) (FVA, 2023)
- Anhang - 8.1 Funktionen zur Berechnung von Wildunfallstrecken (.R Datei) (FVA, 2021)
Wirkung von Wildwarnreflektoren auf das Wildtierverhalten am Straßenrand (2020)

Wildwarnreflektor, Modell "Blauer Halbkreisreflektor". (Bild: FVA BW/Brieger)
Wildwarnreflektoren werden seit mehr als 60 Jahren eingesetzt, um Wildunfälle zu reduzieren und kommen in der Jägerschaft als Präventionsmaßnahme am häufigsten zur Anwendung. Ziel ist nicht die Verhinderung von Straßenquerungen von Wildtieren (vor allem Rehen), sondern die Beeinflussung des Verhaltens der Tiere, so dass Wildunfälle vermieden werden. Besonders blaue Reflektoren sollen laut Hersteller aufgrund ihrer „Warn“-Farbe Wildunfälle wirksam vermeiden. Die Ergebnisse des ersten FVA-Wildunfallpräventionsprojektes 2010-2014 mit Fokus auf der Wirkung von blauen Wildwarnreflektoren auf Rehe zeigten keinen Effekt auf Rehe und blieben u.a. beim Denzlinger Wildtierforum 2015 umstritten.
- Projektbericht (PDF, 3,5 MB) (FVA, 2021)
Wirtschaftliche Randbedingungen für die Herstellung und die Unterhaltung von Wildschutzmaßnahmen an Bundesfernstraßen und Berechnung von Wildunfallstrecken (2020)

Wildkatzensicherer Wildschutzzaun (hinten) und provisorisch angeschlossener Wildschutzzaun mit Knotengeflecht (vorne) im Vergleich. (Bild: FVA BW/Brieger)
Wildschutzzäune werden an Bundesfernstraßen (Autobahnen und Bundesstraßen) als Sperreinrichtungen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit eingesetzt und reduzieren Wildunfälle bei sachgerechter Ausführung nachhaltig. Grundlage bilden die Wildschutzzaun-Richtlinien des Bundes. Diese sehen Wildschutzzäune mit Knotengeflecht vor. Infolge artenschutzrechtlicher Anforderungen wurden neue Wildschutzzaunsysteme entwickelt, die stark kletternde Arten wie Wildkatze und Luchs vor dem Betreten von Straßen abhalten und die Tiere vor Verkehrsmortalität bewahren. Gleichzeitig sichern die Systeme den Verkehr vor Wildtieren auf der Fahrbahn.
Die Bewertung der unterschiedlichen Wildschutzzauntypen sowie die Berechnung von Wildunfallstrecken für das Bundesgebiet erfolgte in dem Projekt von 2017-2019, das durch die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) finanziert wurde.
- Projektbericht (BMDV - Heft 1138, 2021)
- Projektergebnisse als Veröffentlichung in Natur und Landschaft
- Projektergebnisse zu Wildschutzzäunen als englischsprachige Veröffentlichung
Wildtiermonitoring am Hochrhein (2020)

Fuchs von einer Fotofalle erfasst. (Bild: FVA BW/Veith)
Luchs, Wildkatze und Co. bekommen wir nur sehr selten zu Gesicht - das liegt daran, dass sie sich gut versteckt in Wald- und Gehölzstrukturen bewegen. Mit Hilfe von Fotofallen hat das Gemeinschaftsprojekt „Wege der Zusammenarbeit im Wildtiermonitoring“ Bilder vom geheimen Leben der gut bekannten heimischen oder durchstreifender Wildtiere gesammelt. Die Durchführung des Projekts erfolgte durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, engagierten lokalen Jägerinnen und Jägern und dem World Wide Fund For Nature (WWF).
- Projektbericht (PDF, 8 MB) (FVA, 2020)
Modellregion Biotopverbund Markgräfler Land - MOBIL (2020)
FVAMosaikartige Landschaft im Markgräflerland. (Bild: FVA BW/Mozer)
Im Rahmen des Projekts „MOBIL“ („MOdellregion BIotopverbund MarkgräflerLand“) wurden zwischen 2015 und 2020 beispielhaft Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung des Fachplans Landesweiter Biotopverbund sowie dem Generalwildwegeplan des Landes Baden-Württemberg in der Region umgesetzt, um die Durchlässigkeit der Landschaft für Tiere und Pflanzen zu erhöhen. Damit soll die dauerhafte Sicherung wildlebender Tier- und Pflanzenarten verbessert werden.
- Projektbericht (PDF, 6 MB) (FVA, 2020)
Internationale Wiedervernetzung am Hochrhein (2020)
Christoph MozerIntensiv besiedelte Landschaft am Hochrhein. (Bild: FVA BW/Mozer)
In einem Kooperationsprojekt des Naturparks Südschwarzwald e. V. und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wurden zwischen 2016 und 2018 die Möglichkeiten der Umsetzung von Maßnahmen zur Entwicklung und Wiederherstellung des grenzüberschreitenden Biotopverbundes am Hochrhein erarbeitet.
- Projektbericht (PDF, 8 MB) (Naturpark Südschwarzwald e.V./FVA, 2020)
Wirksamkeit von optischen Wildunfallpräventionsmaßnahmen (2014)

Reh "Nikola" mit GPS-Sender. (Bild: Klaus Echle)
Wildwarnreflektoren sind eine der am häufigsten angewandten Wildunfallpräventionsmaßnahmen und kommen seit rund 60 Jahren zum Einsatz. Die Frage, ob Wildwarnreflektoren Verhaltensänderungen bei Wildtieren hervorrufen und es dadurch zu weniger Wildunfällen kommt, wurde in zwei Projekten untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Wildwarnreflektoren keine Wirkung auf das Verhalten von Wildtieren haben und dadurch das Risiko eines Wildunfalls nicht reduziert wird.
- Projektbericht (PDF, 8,5 MB) (FVA, 2019)

