Modellregionen Wildunfallprävention

Die Ziele des Landes Baden-Württemberg sind die langfristige Verbesserung der Verkehrssicherheit durch eine nachhaltige Reduzierung der Verkehrsopfer und Verletzten – dies gilt allgemein und somit auch infolge von Wildunfällen – als auch die Reduktion von Wildtierverlusten durch Straßenverkehr und Tierleid.

Im Rahmen des ministeriellen Arbeitskreis „Verkehrssicherheit & Wildtiere“ wurde das Projekt „Wildunfallprävention in Modellregionen“ initiiert und der Bodensee- und Enzkreis ausgewählt. Zum einen verfolgt das Projekt das Ziel, die betroffenen Behörden und Verbände je Landkreis zu sensibilisieren und im Rahmen einer Arbeitsgruppe zusammen zu führen. Zum anderen, sollen grundsätzlich geeignete, lokal wirkende Maßnahmen der Wildunfallprävention getestet und etabliert werden. Jede Arbeitsgruppe „Wildunfallprävention“ setzt sich aus den Fachbereichen Jagd, Forst, Naturschutz, Landwirtschaft, Straßenbau- als auch Straßenverkehrsbehörde sowie Polizei zusammen.

Seit 2024 werden in beiden Landkreisen an sieben bis acht Wildunfallstrecken verschiedene Präventionsmaßnahmen erprobt. Darunter befindet sich das Verkehrszeichen „Achtung Wild“ in verschiedenen Ausführungen (Größe 3, mit und ohne Trägertafel, saisonaler Einsatz), temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung, Dialogdisplays, Schwerpunktbejagung und Verbesserung der Sichtbarkeit am Straßenrand. Bis Ende 2026 erfolgt die Erprobung, wissenschaftliche Begleitung und der Abschluss des Projektes.

 

Aktueller Projektstand

In beiden Modellregionen Bodenseekreis und Enzkreis wurden jeweils eine regionale Arbeitsgruppe gegründet, die sich u.a. aus dem Wildtierbeauftragten sowie aus den relevanten Fachbereichen Jagd, Forst, die Straßenbau- als auch Straßenverkehrsbehörde sowie die Polizei zusammensetzt. Gemeinsam sollen neue Lösungswege und verlässliche Maßnahmen zur Wildunfallprävention auf Landkreisebene erzielt werden.

In einem ersten Schritt haben sich die Arbeitsgruppen mit dem Wildunfallgeschehen im eigenen Landkreis befasst. Dazu wurde von Seiten des FVA-Wildtierinstituts die polizeilich dokumentierten Wildunfalldaten auf Datengrundlage des EUSKa-Systems (Elektronische Unfalltypen-Steck-Karte) in einer interaktiven Karte aufbereitet, um Streckenabschnitte mit einer häufigen Anzahl von Wildunfällen ausfindig zu machen. Im Anschluss wurden in den Arbeitsgruppen die Wildunfallstrecken diskutiert und Teststrecken ausgewählt. Im zweiten Schritt beschäftigten sich die Arbeitsgruppen mit einer Vielzahl an Wildunfallpräventionsmaßnahmen. Gemeinsam wurde beraten und Wildunfallpräventionsmaßnahmen für die ausgewählten Wildunfallstrecken festgelegt, die erprobt werden sollen.

Derzeit (Stand April 2024) werden in den Landkreisen die Vorbereitungen getroffen, damit alle Präventionsmaßnahmen gebündelt und zeitgleich auf die Fläche ausgebracht werden können. Die Wirkung der einzelnen Maßnahmen wird dann über einen Zeitraum von 1-3 Jahren erprobt. Bis zur Aktivierung der Maßnahmen wird die Zwischenzeit dafür genutzt, ein genaueres Verkehrsmonitoring und Wildunfallgeschehen an den ausgewählten Wildunfallstrecken durchzuführen.


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