Geht der Buche die Puste aus? Wie kriegt sie wieder Luft?

Projekt 1692: Ursachen- und Risikoanalyse zu Dürreschäden an der Buche

Die Buche wurde bisher als Baumart eingeschätzt, die auch den Klimawandel gut übersteht. In den Dürrejahren 2018 und 2019 traten jedoch Schäden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auch bei Buchen auf. Nach dem Blattaustrieb im Frühjahr 2019 werden bei der Buche regional ungewöhnlich viele Schäden bis hin zu flächigem Absterben der Bäume auf unterschiedlichsten Standorten offenkundig. Es sind nach dem ersten Eindruck vor allem Bäume betroffen, die auf schlecht wasserversorgten Standorten, am Wald- bzw. Bestandesrand oder in lichteren Waldteilen stehen und wenigem Regen, langanhaltender Hitze und hoher Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Eine sehr hohe Produktion von Früchten (Bucheckern) im Jahr 2018 hat die Bäume zusätzlich geschwächt (FVA BW; WS-Info 3/2019).
 

Fragestellung

Die Ursachen der Dürreschäden werden im Rahmen des Projektes auf Grundlage einer Ursachen- und Risikoanalyse untersucht. Welche Faktoren sind schadensauslösend, welche Faktoren treten erst danach auf? Inwieweit spielen biotische (z.B. Insekten) oder abiotische (z.B. Wassermangel) Faktoren eine Rolle? Weiterhin wird analysiert, welche Bedingungen prädisponierend für Dürreschäden sind und in welchen Beständen bzw. auf welchen Standorten Schäden zu erwarten sind.  

 

Zielsetzungen

Durch die Ursachen- und Risikoanalyse sollen erste Grundlagen bereitgestellt werden, um waldbauliche Folgerungen bzw. Empfehlungen für die Baumart Buche zu erstellen. Darüber hinaus sollen forstbetriebliche Rückschlüsse, sowohl in Bezug auf die Verkehrssicherung und Arbeitssicherheit, als auch auf die Erhaltung der Holzqualität gezogen werden.

 

Vorgehensweise

Es bestehen folgende Ansätze und Arbeitsaspekte:

  • Flächendeckende und/oder repräsentative Erhebungen der Buchen-Schadflächen und Buchen-Schäden in Umfang und Intensität
  • Verschneidung der Schadensinformationen aus Punkt 1 mit der Standortskartierung und mit Daten der Forsteinrichtung wie z.B. Alter und Mischung der Bäume und Wälder
  • Erfassung von Vitalitätsparametern wie Zustand der Krone sowie Kambium- und Knospenzustand
  • Erfassung von Stressindikatoren wie Trieblängen und das Wachstum von Jahrringen
  • Symptomanalyse der Schadensursache an absterbenden Buchen im Feld (sowohl pilzliche als auch tierische Schadorganismen)
  • Review bzw. systematische Übersichtsarbeit mit kritischer Würdigung von bereits bestehenden Forschungsdaten und Publikationen
  • Bestrebte Zusammenarbeit mit der FAWF Rheinland-Pfalz, welche zu Dürreschäden an Buchen bereits Beobachtungsflächen angelegt hat

Welche Risikofaktoren führen zu Dürreschäden an der Buche? - Ein Zwischenbericht

In den letzten Jahren wurden vermehrt Schäden an Buchen in Baden-Württemberg festgestellt. Absterbende Kronen, nicht ausreichend belaubte Äste, abgeplatzte Rinde, Pilz- und Käferbefall häufen sich. Zeitgleich steigt seit 2018 die zufällige Nutzung in Form von Dürre- und Käferholz an. Im Rahmen des Notfallplanprojekts „Ursachen- und Risikoanalyse zu Dürreschäden an Buche“ sollen die Auswirkungen von Trockenperioden auf die Buche in Baden-Württemberg untersucht werden. Ziel des Projekts ist es, Antworten auf folgende Fragen zu finden:

  • Sind die seit 2018 beobachteten Schäden an Buchen ausschließlich auf die Trockenheit zurückzuführen oder spielen auch Faktoren wie Insekten und Pilze eine primäre Rolle am Schadgeschehen?
  • Gibt es begünstigende Faktoren, die eine Einschätzung erlauben, bei welchen Waldbeständen und auf welchen Standorten Schäden zu erwarten sind?

Als Folge dieser Erkenntnisse können Empfehlungen für den Waldbau und zum Erhalt der Holzqualität (und Verkehrssicherung) abgeleitet werden.

VORGEHENSWEISE BEI DER DÜRRESCHÄDENANALYSE

Um einen Überblick über die Vitalität von trockengestressten Buchen in Baden-Württemberg zu erhalten wurden unterschiedliche Flächen für Beurteilungen ausgewählt. Anschließend wurden verschiedene Parameter der Probebäume dokumentiert, die Rückschlüsse auf die Vitalität der jeweiligen Buche zulassen. Beurteilt wurde, wo und wie sehr die Buche gerade unter der Trockenheit leidet.

So wurde im Sommer z.B. die Belaubung der Krone, die Stärke der Fruktifikation, die Vergilbung der Blätter und der Anteil von toten Ästen in der Krone begutachtet. Im Winter wurde auf acht Flächen die Verzweigungsstruktur der Probebäume protokolliert.

Bei der Auswahl der Flächen wurde auf eine hohe Diversität bezüglich des Standorts geachtet, sowie auf eine möglichst homogene Verteilung der Versuchsflächen in Baden-Württemberg. Sowohl bewirtschaftete als auch nicht bewirtschaftete Buchenflächen wurden ausgewählt. Einige Versuchsflächen wurden neu angelegt, andere Versuchsflächen, wie die acht Versuchsflächen der Winterstudie bestehen bereits seit einigen Jahrzehnten, was das Vergleichen des Vitalitätszustands im Jahr 2021 mit den Vorjahren ermöglicht. Der Schwerpunkt des Projektes liegt bei älteren Baumbeständen.

Zum Weiterlesen gesamten Bericht herunterladen:

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