Internationale Wiedervernetzung am Hochrhein

Die Sicherung gerade von Engstellen in den Lebensraumnetzen bzw. zwischen Natura 2000 – Gebieten ist essentieller Bestandteil zur Erhaltung und Wiederherstellung des von der EU getragenen Konzeptes zur Grünen Infrastruktur (Green Infrastructure, GI). Dies gilt sowohl innerhalb von Deutschland als auch für die grenzübergreifenden Regionen im paneuropäischen Netzwerk. Mit dem angestrebten Projekt soll über den Hochrhein eine bereits identifizierte Engstelle im internationalen Lebensraumverbund in grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Deutschland unter Beteiligung des Landes Baden-Württemberg gesichert und entwickelt werden. Verbundpotentiale sind noch vorhanden aber erheblich durch landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen eingeschränkt. Nur eine gut abgestimmte Landentwicklung kann dazu führen, dass zukünftige Infrastrukturmaßnahmen nicht zum Verlust der letzten Möglichkeit zur Wiedervernetzung der betroffenen, für die biologische Vielfalt besonders bedeutsamen Mittelgebirge führen.
Der betreffende Hochrheinabschnitt ist ca. 4 km lang, beiderseits der Grenze (Schweiz und Deutschland) noch unbesiedelt bzw. weitgehend frei von Infrastruktur und daher der letzte noch überregional anbindbare Hochrheinabschnitt auf rund 100 km Fließgewässerlänge zwischen Basel und oberhalb Schaffhausen.
Auf deutscher Seite herrschen derzeit intensive landwirtschaftliche Nutzungen vor, zudem ist die Eigentumssituation infolge der Realerbteilung auf zahlreiche Besitzer verteilt. Ein wichtiger Bestandteil der Vorstudie ist daher die Ermittlung der Eigentümer, die Klärung der Eigentumsverhältnisse und die Prüfung, inwieweit seitens dieses Personenkreises die Möglichkeit besteht, die infrage kommenden Flächen für den Naturschutz zu sichern. Hier muss insbesondere der Kontakt zum Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung, zu den Landkreisen und Kommunen gesucht werden und geprüft werden ob und wie z. B. im Rahmen eines ökologischen Flurneuordnungsverfahren durch beschleunigte Zusammenlegung die Sicherung der für mobile Arten wichtigen Flächen erfolgen kann. Im Kernbereich sollen Wiedervernetzungsmaßnahmen den Populationsverbund sichern bzw. wieder herstellen.

Auf der Schweizer Seite (Kanton Aargau) werden in die Sanierung des Lebensraumverbundes dieser Achse bereits aktuell und in den nächsten Jahren rund 30 Mio. Franken investiert. Diese werden für Maßnahmen wie Querungshilfen an der bestehenden Autobahn oder der Bahnhochleistungsstrecke mit 4 Gleisen (Verbindung Basel-Zürich) sowie für Maßnahmen im nachgeordneten Straßennetz und zur Habitatentwicklung verwendet. Damit sind die Möglichkeiten auf der schweizerischen Seite zur Anbindung der grenzübergreifenden Achse finanziell bereits vorbereitet. Die abgestimmte planerische grenzübergreifende Sicherung sollte im Rahmen des Projektes erfolgen, Möglichkeiten hierzu sind in der Vorstudie abzuprüfen.
Projektnummer: 1388
Beginn: 2014
Forschungsschwerpunkt: Waldnaturschutz und Biodiversität
Ende: 2019
Leitung: Martin Strein - Abteilung: FVA-Wildtierinstitut
Arbeitsbereiche: Wildtierökologie (2013 - 2015)
Beteiligte Abteilungen: FVA-Wildtierinstitut (Durchführung der Voruntersuchung sowie der wissenschaftlichen Begleitung.)
Mitarbeitende: Martin Strein (Leitung)

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