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Luchs Lias im Oberen Donautal wieder erfolgreich besendert

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Luchs Lias im Oberen Donautal / Foto: FVA

Mit Unterstützung der Jägerschaft vor Ort gelang es einem Team der FVA in Kooperation mit Jäger Armin Hafner und dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. am Abend des 8. Dezembers, den männlichen Luchs Lias mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B600 im Oberen Donautal einzufangen und seinen alten Halsbandsender gegen einen neuen auszutauschen. Der Luchs hat bereits fast zwei Jahre Daten über seine Raumnutzung und von ihm erbeutete Wildtiere gesendet. Nun hat die FVA ein weiteres Jahr Gelegenheit, Daten zu sammeln und zu analysieren. Dabei will sie zum Beispiel den Fragen nachgehen, wie sich Rehe und Gämse bei Anwesenheit des Luchses verhalten und inwiefern der Luchs auf die Anwesenheit von Menschen reagiert.

 

Dem Luchs geht es gut und im Vergleich zum ersten Fang hat er sogar an Gewicht zugelegt. Die bisherigen Ergebnisse der Telemetrieuntersuchung (Fernmessung) zeigen: Lias hat bereits eine Fläche von über 1.000 Quadratkilometern durchstreift und ist während der Paarungszeit auf der Suche nach Weibchen bis in das Kanton Schaffhausen gewandert. Sein regelmäßig genutztes Kerngebiet liegt bei etwa 230 Quadratkilometern und ist deutlich größer als das von vielen anderen unserer heimischen Wildtiere. 

In den ersten zwei Jahren hat der Luchs rund 130 Wildtiere erbeutet. Dazu zählten überwiegend Rehe, aber auch Gämsen und zwei Biber. Bezogen auf eine Fläche von einem Quadratkilometer entspricht das einer jährlichen Entnahme von 0,3 Wildtieren. 

Luchs Lias war das erste Mal im Dezember 2017 im Oberen Donautal nachgewiesen worden. In Zusammenarbeit mit KORA aus der Schweiz konnte das südöstliche Schweizer Jura bei Genf als Herkunftsregion identifiziert werden.

Zur Pressemitteilung des MLR

Hintergrund

Luchse unterliegen bundesweit dem Jagdrecht und haben ganzjährige Schonzeit. In Baden-Württemberg unterliegt dementsprechend die Zuständigkeit für Luchse beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR). Mit dem landesweiten Monitoring ist seit 2004 die FVA beauftragt.

Luchse sind für Menschen völlig ungefährlich und auf die Erbeutung von Rehen und Gämsen spezialisiert. Schafe oder Ziegen werden nur selten von Luchsen angegriffen. Im Schadensfall erhalten Tierhalterinnen und Tierhalter eine Ausgleichszahlung durch den Luchsfonds Baden-Württemberg. Das MLR hat die Verbände der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg sowie die Wildtierbeauftragten in der Region über die Nachweise informiert.

Ursprünglich waren Luchse bis ins späte Mittelalter in ganz Mitteleuropa verbreitet. Vor 40 Jahren wurden sie in der Schweiz aktiv angesiedelt. Seit den 90er Jahren ist von dort die Zuwanderung einzelner, ausschließlich männlicher Luchse, nach Baden-Württemberg nachgewiesen, die sich vermutlich aufgrund fehlender weiblicher Luchse selten über eine längere Zeit niedergelassen haben.

Seit 2004 konnten 14 verschiedene Tiere in Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Fünf Luchse wurden bisher mit einem Halsbandsender ausgestattet. Der Landesjagdverband hat für sie jeweils die Patenschaft übernommen und sie auf die Namen Friedl, Tello, Wilhelm, Lias und Toni getauft.

Über die Besenderung können wichtige Erkenntnisse über die Raumnutzung und das Verhalten der Luchse gesammelt werden.

Luchsbeobachtung melden

Die FVA bittet darum, Luchshinweise möglichst rasch unter der Nummer 0761/4018-274 oder an infonoSp@m@wildtiermonitoring.de zu melden.

Weitere Informationen zum Luchs

                       

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