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Maschinelles Entrinden für den Waldschutz gegen Borkenkäfer?

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Entrinder im Einsatz / Foto ©Gregor Seitz

Holzvollernter, sogenannte Harvester, werden seit vielen Jahren in ganz Deutschland für die Ernte von Bäumen eingesetzt. Auch wenn der erste Eindruck eher furchteinflößend sein mag, bietet der Einsatz dieser Maschine zahlreiche Vorteile. So übernimmt der Harvester mit dem Fällen und Entasten der Bäume Arbeiten, die für uns Menschen körperlich sehr anstrengend sind und gerade in der Aufarbeitung von Schadhölzern ein hohes Gefährdungspotential aufweisen.
Eine neue Technik bietet hier unter bestimmten Voraussetzungen auch Vorteile für den Waldschutz: Wird der Stamm beim üblichen Entasten und Einteilen in unterschiedliche Sortimente zusätzlich durch sogenannte "Debarking-Heads" entrindet, kann das im Rahmen des Borkenkäfer-Managements eine wirkungsvolle Maßnahme darstellen.

Denn der Borkenkäfer, wie der Name schon verrät, benötigt für die Brutanlage frische, anhaftende Rinde. Deshalb sind für ihn entrindete Stämme völlig uninteressant. Sollte unter der Rinde jedoch schon eine Brut angelegt worden sein, fallen die vorhandenen Stadien während des Entrindens aus der Rinde oder liegen in der vom Holz getrennten Rinde nun offen auf dem Waldboden. Befindet sich die Brut nun im empfindlichen Larven- oder Puppenstadium, hat sie keine Chance mehr und stirbt weitestgehend ab.

Doch wenn die Entwicklung des Insektes erst einmal zum fertigen Jungkäfer fortgeschritten ist, kann ihnen die Entrindung nur noch wenig anhaben. Ein Allheilmittel in der Borkenkäferregulierung ist die Entrindungs-Technik deshalb leider nicht. Denn dann kann die Entrindung nicht verhindern, dass diese Käfer in der Umgebung für weiteren Befall sorgen.

Zum richtigen Zeitpunkt – noch bevor die Stämme befallen sind oder wenn nur Larven oder Puppen vorhanden sind – kann die in der breiten Forstwirtschaft noch relativ neue Technik im Rahmen des Borkenkäfer-Managements eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz der Wälder darstellen. Zusätzlich wird durch den Verbleib der Rinde im Wald der Nährstoffkreislauf des Waldbodens weniger gestört, da in der Rinde verhältnismäßig viele Nährstoffe gebunden sind.

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